Im November 2024 gab es im Münchner Stadtrat einen fraktionsübergreifenden Antrag in Sachen Personenverkehr auf dem DB Nordring, zu dem nun die Antwort aus dem Mobilitätsreferat (MOR) vorliegt. Das Referat hat sich auftragsgemäß mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) sowie der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) ausgetauscht und erhielt dazu folgende Stellungnahme der BEG.
„Im Zuge des Programms Bahnausbau Region München des Freistaats wurde das Projekt ‚Anbindung BMW FIZ mit Pendelzügen‘ untersucht. Dabei soll der Münchner Norden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zusätzlich über Pendelzüge von Karlsfeld oder Moosach über den DB-Nordring bis zum BMW FIZ und/oder optional bis zum ‚Euro-Industriepark‘ erschlossen werden. Diese Fahrten sollen im Berufsverkehr (je drei Stunden morgens und nachmittags) alle 20 Minuten und außerhalb dieser Zeiten im Stundentakt verkehren.
Im Zuge des Projekts wurde von Seiten der DB InfraGO AG eine Eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung (EBWU) durchgeführt. Diese hat gezeigt, dass aufgrund des derzeit schon abgewickelten sowie des zukünftig geplanten Güterverkehrs, zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt werden müssen, damit der geplante Pendelverkehr und der Güterverkehr die erforderlichen Qualitätskriterien einhalten. Derzeit laufen auf Seiten der DB InfraGO AG die Vorplanungen.
Darüber hinaus wird im Zuge des Programms Bahnausbau Region München zusätzlich unter der Maßnahme U11 eine Ertüchtigung des gesamten DB-Nordrings für den Schienenpersonennahverkehr untersucht (inkl. Verlängerung Pendel FIZ von Karlsfeld nach Dachau). Die Maßnahme wurde von den Gutachtern zur Weiterverfolgung empfohlen. Sobald der Abschlussbericht hierzu vorliegt, wird er auf der Website des Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (https://www.stmb.bay-ern.de/vum/schiene/infrastruktur/index.php) veröffentlicht.“
Dem Mobilitätsreferat sei bewusst, wie bedeutend diese Zugverbindung für den gesamten Münchner Norden sowie dessen Umland ist. Dies gelte insbesondere auch in Hinblick auf die geplante Sanierung des Tunnel Allachs entlang der A99 ab dem Jahr 2028. Daher befinde man sich bereits im engen Austausch mit dem StMB sowie der BEG. Darüber hinaus sei die Einberufung eines Runden Tischs zum DB-Nordring mit allen relevanten Akteuren geplant. Da es bei der beschleunigten Umsetzung dieses Vorhabens im Kern um Fragen der Finanzierung und um eine schnellere, vereinfachte Planung gehe, sollte dieses Gremium auch seitens der LH München möglichst hochrangig besetzt sein. BMW und ggf. weitere Großunternehmen aus dem Münchner Norden würden zum Runden Tisch eingeladen.
Das Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) ergänzt in seiner Stellungnahme Folgendes: „Die Ertüchtigung des DB-Nordrings ist sehr wichtig für die ansässigen Unternehmen des Münchner Nordens und insbesondere für die BMW Group. Bereits im Jahr 2019 hatte BMW, der größte Arbeitgeber im Münchner Norden, dem Freistaat zugesagt, sich als Unternehmen direkt für die Umsetzung des S-Bahn-Verkehrs auf dem Nordring zu engagieren, z.B. bei baulichen Maßnahmen der Haltestelle FIZ. Der Autobauer führt außerdem einen massiven strukturellen Umbau des Werkes 1 durch, hat den neuen Talent Campus Riesenfeldstraße umgesetzt und erweitert erheblich seine Forschungs- und Entwicklungskapazitäten (z. B. FIZ Nord, Hufeland Areal). Diese Investitionen in Milliardenhöhe, die nicht nur München zugutekommen, sind ein Bekenntnis zum Industriestandort und speziell zum Automotive-Standort Deutschland.
Die Landeshauptstadt München investiert weiterhin und trotz klammer Haushalte in den Ausbau des ÖPNV. Auch der Bund, die Deutsche Bahn, der Freistaat als Aufgabenträger und Besteller des Schienenpersonennahverkehrs und das Eisenbahnbundesamt müssen ihren jeweiligen Beitrag als Finanzierer, Planer und Genehmigungsbehörden leisten. Nur durch eine gemeinsame finanzielle und planerische Anstrengung werden auf dem DB-Nordring zeitnah S-Bahnen fahren, die eine wachsende Zahl von Menschen an ihre Arbeitsplätze und zu ihren (neuen) Wohnquartieren bringen.
Wie im Antrag erwähnt, ist das Zeitfenster eng. Ungefähr ab 2030/2031 wird die Autobahn GmbH die Röhren des Allacher Tunnels sanieren, was die Kapazitäten des Tunnels stark einschränken wird. Ein S-Bahn-Pendelverkehr auf dem DB-Nordring schafft die notwendige Entlastung, um in der Sanierungsphase den Verkehrsfluss auf der A99 aufrecht zu erhalten.Im Antwortschreiben wird die Einberufung eines runden Tischs zum DB-Nordring mit allen relevanten Akteur*innen in Aussicht gestellt. Auch das Unternehmen BMW muss aus Sicht des Referates für Arbeit und Wirtschaft mit am Tisch sitzen. Da es bei der beschleunigten Umsetzung dieses Vorhabens im Kern um Fragen der Finanzierung und um eine schnellere, vereinfachte Planung geht, sollte dieses Gremium auch seitens der LH München möglichst hochrangig besetzt sein.“













