Wegen eines Anschlags auf die Stromversorgung mussten vor ein paar Wochen zig Tausende Berliner fünf Tage lang frieren – das Thema war in aller Munde. Dass seit November 2025 Bewohner der Dawonia in ihren Wohnungen an der Linkstr./Happrechtstr./Schleißheimer Str. im Hasenbergl frieren, davon hatten wir bis zu dieser BA-Sitzung nichts gehört. Das Thema wurde nur dank Silke Wallenhauer von der ÖDP ruchbar, weil sie in einem Dringlichkeitsantrag darum bat, dass der BA 24 einen Fragenkatalog an OB Reiter unterstützen möge, eingebracht von der „Linken-Fraktion“ am gleichen Tag im Stadtrat.
Hintergrund: In der Hasenbergler Wohnanlage des Immobilienkonzerns Dawonia werden Wohnungen nur schwach oder gar nicht beheizt. Meist liege die Raumtemperatur unter 16 Grad, teilweise falle sie gar auf 11 Grad – Schimmel ist die Folge. Auf Beschwerden frierender Mieter, so heißt es in der Anfrage der „Linken“, erklärte die Dawonia zunächst, der Heizungsausfall sei „vollständig beseitigt“, später dann, dass „die Stadtwerke aktuell unzureichend Wärmemengenleistung liefern, die nicht der vertraglich vereinbarten Wärmelieferleistung entspricht“. Einige Bewohner haben vom Vermieter ein elektrisches Heizgerät erhalten, andere nichts und versorgen sich privat mit entsprechenden Notfallgeräten. Unklar bleibt, wer die zusätzlichen Stromkosten tragen wird. Die Münchner Stadtwerke ihrerseits sagen, dass das Problem nicht die unzureichende Wärmelieferung, sondern ein Problem der im Haus installierten Anlage sei.
Mit dem Fragenkatalog an OB Reiter will die Linken-Stadtratsfraktion das Hin und Herschieben von Schuld aufbrechen und Licht ins Dunkel bringen, ob nun eine unzureichend gelieferte Wärmemengenleistung seitens der SMW oder eine defekte Hausanlage der Dawonia Schuld an der Misere ist, wie den Mietern kurzfristig geholfen werden kann und wer die Kosten für eventuell entstehende Mehrkosten (z. B. Strom für zusätzliche Heizgeräte oder erhöhte Heizkosten durch eine mobile Heizstation) trägt.
Die Mehrheit im BA verwarf jedoch den Dringlichkeitsantrag, weil sie wie der SPD-Sprecher Klaus Mai die Auffassung vertrat, die beiden Streithansel (Dawonia und SMW) möchten besser das Problem untereinander besprechen. Auch Bettina Obersojer (CSU) meinte, die Hausverwaltung sei für das Thema zuständig und sollte dringend tätig werden. Lediglich die BA-Mitglieder von ÖDP/FW, München Liste und der Grünen sowie Reinhard Bauer von der SPD – insgesamt 9 von 23 – stimmten für die Aufnahme des Dringlichkeitsantrags auf die Tagesordnung.














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