Am Mittwoch, den 7. Oktober hatte der BA 24 zu einem Runden Tisch eingeladen, um gemeinsam über die Zukunft und den möglichen Erhalt des traditionsreichen Feldmochinger Hofs zu beraten. Doch ausgerechnet die Stiftung der Raiffeisenbank München-Nord als Eigentümerin der Immobilie blieb dem Gespräch fern. Bereits im Vorfeld hatte sie ihre Teilnahme mit der Begründung abgelehnt, dass kein Interesse an einem Austausch bestehe. Damit blieb eine wichtige Gelegenheit ungenutzt, gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Bürgerschaft und örtlichen Vereinen über mögliche Perspektiven für den Feldmochinger Hof zu sprechen. Selbst die Petition zum Erhalt des Feldmochinger Hofs, die in den vergangenen Monaten über 2.000 Menschen unterschrieben, will die Stiftung nicht einmal in Empfang nehmen. Der Gesamtverein Feldmoching, der die Petition initiiert hat, hat darauf reagiert und der Stiftung wie der Bank folgende Antwort zukommen lassen.
„Vielen Dank für Ihr Schreiben und die darin zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung für das bürgerschaftliche Engagement rund um den Feldmochinger Hof.
Wir respektieren selbstverständlich, dass die Entscheidung über die Zukunft des Feldmochinger Hofs in den Verantwortungsbereich des Eigentümers fällt.
Gleichzeitig möchten wir darauf hinweisen, dass unser Anliegen nicht auf die Ausübung unangemessenen Drucks abzielt, sondern auf die Wahrnehmung
eines berechtigten öffentlichen Interesses an einem historisch bedeutsamen Ort im Herzen Feldmochings.
Umso mehr überrascht uns Ihre Bitte, von weiterer Einflussnahme auf den Entscheidungsprozess abzusehen. Die Raiffeisenbank München-Nord betont in
ihrem Leitbild Werte wie regionale Verwurzelung, gesellschaftliche Verantwortung, Nachhaltigkeit, Mitgliederverpflichtung sowie die
Förderung von Gemeinschaft und Zusammenhalt.
Ebenso versteht sich die Bank als Institution, die Verantwortung für die Region übernimmt und wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlich verantwortlichem Handeln verbindet
Genau aus diesen Grundsätzen heraus engagieren sich viele Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt des Feldmochinger Hofs.
Wir sehen darin keinen Widerspruch zu den Zielen der Stiftung oder der Bank, sondern vielmehr die Erwartung, dass diese Werte auch dann Gültigkeit besitzen,
wenn über die Zukunft eines historischen und identitätsstiftenden Ortes entschieden wird.
Nicht nachvollziehen können wir zudem die Argumentation, die öffentliche Diskussion könne potenzielle Pächter abschrecken.
Aus unserer Sicht signalisiert die große Aufmerksamkeit vielmehr, dass der Feldmochinger Hof auf eine außergewöhnlich hohe Identifikation in der Bevölkerung
stößt und ein erhebliches Potenzial für eine zukünftige Nutzung besitzt.
Nachvollziehbarer erscheint uns hingegen die Sorge, dass das Anwesen seit Beginn dieses Jahres weitgehend abgeriegelt ist und inzwischen einen zunehmend
vernachlässigten und perspektivlosen Eindruck vermittelt. Ein geschlossener Betrieb, ausbleibende Nutzung und ein sichtbar fortschreitender Leerstand dürften
für potenzielle Interessenten wesentlich abschreckender wirken als eine öffentliche Diskussion, die gerade das Interesse am Erhalt und an einer zukunftsfähigen
Nutzung des Anwesens zum Ausdruck bringt.
Der Feldmochinger Hof ist für viele Menschen kein beliebiges Grundstück. Als historischer Bestandteil des alten Ortskerns steht er für die Geschichte, Identität
und Entwicklung Feldmochings. Gerade eine genossenschaftlich geprägte Institution, die sich der Region und ihren Menschen verpflichtet sieht, sollte diesen
ideellen Wert neben wirtschaftlichen Gesichtspunkten in ihre Überlegungen einbeziehen.
Wir werden daher unser Engagement weiterhin sachlich, respektvoll und konstruktiv fortsetzen. Nicht aus Opposition gegenüber der Stiftung oder der Bank,
sondern weil wir davon überzeugt sind, dass der Erhalt des Feldmochinger Hofs denjenigen Grundsätzen entspricht, auf die sich sowohl die Stiftung als auch
die Genossenschaftsbank in ihrer öffentlichen Darstellung selbst berufen.“





















Bernd meint
Das Verhalten der Raiffeisen-Stiftung ist erschütternd: Sie agiert gegen ihre eigenen Satzungsziele und verweigert grundlos den Dialog. Es drängt sich die Frage auf: Verkennt die Geschäftsführung ihren Auftrag oder ist sie mit der Verpachtung überfordert? Die Genossenschaftsmitglieder werden hier schlicht vorgeführt.
Dass der Aufsichtsrat der Bank Einfluss auf die Stiftung ausüben kann, liegt auf der Hand – auch wenn dies bei Gegenwind gern geleugnet wird. Umso unverständlicher ist die Passivität der Aufsichtsrats- und Kuratoriumsmitglieder aus Feldmoching, die tatenlos zusehen, wie das Anwesen verfällt und zum Schandfleck wird. Von einer ernsthaften Verpachtungsabsicht kann augenscheinlich keine Rede sein.
Natürlich ist die Zukunft des Feldmochinger Hofs Sache der Eigentümerin. Doch als Stiftung steht sie in der gesellschaftlichen Pflicht. Ein so deutliches öffentliches Interesse kann man nicht mit Schweigen und Geheimniskrämerei aussitzen.
Wann erkennt die Stiftung endlich, welch verheerendes Bild sie in der Öffentlichkeit abgibt?