Die Dunkelheit, die in der Seele liegt, hat viele Gesichter. Um ihnen bildlich und räumlich nahezukommen, haben sich zehn Olchinger Künstlerinnen und Künstler im August in einer
intensiven Werkwoche dem Thema Depression gewidmet. Entstanden sind Arbeiten, die unterschiedliche Perspektiven auf die Erkrankung und Gedankenwelten dazu zeigen:
Installationen, Fadengrafik und Gemälde, die das Innere sichtbar, spürbar und begehbar machen. Sie stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Depression — Antidepression
— hell – dunkel“, zu der die Diakonie Hasenbergl vom 28. September bis 28. November 2026 in die Räumlichkeiten der Stiftung „zusammen tun“ am Stanigplatz einlädt. Montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
Die ausgestellten Arbeiten sind eindrucksvolle Belege persönlicher Auseinandersetzung, künstlerischer Recherche und gemeinschaftlicher Kreativität, entstanden aus eigener Betroffenheit, dem Wunsch, Gespräche anzustoßen. So unterschiedlich die Werke sind, gemeinsam ist allen ein ganz eigener Blick auf die Erkrankung, sie öffnen ein Spektrum von Eindrücken: das Verdunkeln und Verharren, den Riss, das mühsame Hineinfinden in Lichtinseln, das kleine, zarte Aufhellen oder die plakative Beschreibung der Symptome.
Depression ist keine Randerscheinung. Nach Angaben der deutschen Depressionshilfe erkranken jedes Jahr mehr als fünf Millionen Menschen an einer Depression. Im Laufe ihres Lebens sind 24 % der Deutschen selbst von einer Depression betroffen, 26 % sind durch erkrankte Angehörige mitbetroffen. Viele Betroffene bleiben unsichtbar, noch immer werden die psychische Erkrankung und ihre Auswirkungen unterschätzt. Obwohl Depression das Risiko für soziale Isolation, Arbeitsunfähigkeit und suizidale Krisen erhöht.
Ausstellung im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit
Die Ausstellung umrahmt bewusst die Münchner Woche der seelischen Gesundheit (10.-20. Oktober), die alljährlich im Oktober Aufmerksamkeit auf das Thema psychische Erkrankungen lenkt. „Mit der Ausstellung wollen wir eine noch immer unterschätze Erkrankung und ihre Auswirkungen künstlerisch sichtbar machen, darüber aufklären und zum Austausch dazu einladen“, erklärt Evi Grundner, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Diakonie Hasenbergl. Die Sozialpädagogin ist Teil der Olchinger Künstlergruppe, mit eigenen Gemälden an der Ausstellung beteiligt und lädt im Rahmen einer Midissage am 12. Oktober ab 17 Uhr zu einem Rundgang durch die Ausstellung und Gespräch zu den Arbeiten ein. Auch weitere Künstler werden für Fragen zu ihren Werken vor Ort sein. Im Anschluss gibt es einen kurzen Impulsvortrag zum Thema Depression und Selfcare.
Worauf Besucher sich freuen dürfen
Die Ausstellung „Depression – Antidepression – hell – dunkel“ ist keine klinische Auseinandersetzung mit dem Schwerpunktthema Depression, sondern eine emotionale und raumgreifende Annäherung. Besucher sind eingeladen, sich Zeit zu nehmen, ins Werk hineinzugehen, Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen. Manche Werke sind dunkel, bitten um Stille; andere öffnen mit hellem Material, mit Fäden, Linien und Licht. Der Dialog zwischen Kunst und Betroffenheit macht Begegnung möglich — und weckt Neugier auf Wege aus der Isolation.
Über die Olchinger Künstler:
Zur Gruppe der Olchinger Künstler gehören insgesamt 35 Kunstschaffende, die in den
Bereichen Malerei, Bildhauerei / Objektkunst, Zeichnung / Drucktechniken, Analoge / Digitale
Fotografie und Keramik arbeiten. Im Rahmen der Ausstellung finden sich Werke von
Hermine Schmid, Niclas Willam-Singer, Alexandra Schmidt, Karl Heinz Frey, Evi Grundner,
Klaus Kühnlein, Sissy Arzberger, Annette Wilkes, Waltraud Kosak-Gonzales und Margot
Vogl.




















