Spätestens dieser Hitzesommer hat gezeigt: Wir brauchen dringend Bäume in der Stadt. Mit dem erfolgreichen Baumentscheid „Mission: Schatten pflanzen“ haben sich über 60.000 Münchner u.a. dafür ausgesprochen, dass neue Baumstandorte identifiziert und planerisch festgelegt werden sollen. So soll eine Baumkronenüberdeckung von mindestens 30 % im gesamten gemeindlichen Straßenraum erreicht werden. Auch die grün-rote Stadtspitze hat erst kürzlich noch einmal bestätigt, wie wichtig mehr Grün für die Stadt und die Lebensqualität der Bürger ist. Der BN München, der als Partner am Baumentscheid beteiligt war, setzt sich ebenfalls dafür ein, dass Bäume gepflanzt werden. Gleichzeitig weist er aber darauf hin, dass Bäume pflanzen nur die eine Seite der Medaille ist. Die andere: Wir müssen dringend die alten Bäume in der Stadt erhalten!
„Wir freuen uns sehr, dass der Bürgerentscheid „Mission: Schatten pflanzen“, den wir als Partner unterstützt haben, so erfolgreich verlaufen ist. Damit haben die Münchner ihrem Wunsch nach mehr Bäumen in der Stadt klar Ausdruck verliehen“, so Christian Hierneis, 1. Vorsitzener des BN München. „Neben der Suche nach neuen Baumstandorten müssen wir allerdings endlich damit aufhören, jährlich ca. 2.000 – oft sehr alte – Bäume zu fällen. Daher fordern wie als BN München schon seit langem stärkere Bemühungen, unsere Bäume zu erhalten und besser zu schützen. Andernfalls laufen wir einem kontinuierlichen Baumverlust lediglich hinterher.“, so Christian Hierneis. „Die neue Baumschutzverordnung der Stadt München ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die aktuelle Bundes- und Landesgesetzgebung ist jedoch weiterhin ziemlich baumfeindlich, denn nach wir vor gilt: ‚Baurecht bricht Baumschutz‘“, so Christian Hierneis weiter: „Das muss sich schleunigst ändern.“
Dorit Zimmermann, Leiterin des Arbeitskreises Baum- und Gehölzschutz sowie Projektleiterin des Projektes „Erhalt von Habitatbäumen – mehr Biodiversität in der Stadt“ ergänzt: „In München gibt es mit der Siedlung am Perlacher Forst, kurz Ami-Siedlung genannt, ein Beispiel, bei dem ein sehr alter Baumbestand zwar noch existiert, jedoch aktuell akut bedroht ist“, so Dorit Zimmermann. „Die Ami-Siedlung ist in ihrem ökologischen Wert kaum zu überschätzen. Die Eiche als häufigste dort vorkommende Baumart gilt als Hotspot der Biodiversität, und die großzügigen Grünflächen mit dichten Sträuchern und Hecken bieten Menschen an heißen Sommertagen Ruhe und Erholung sowie Tieren, insbesondere Vögeln, eine Vielzahl an Möglichkeiten zum Brüten und Schutz vor Feinden.“
Der bedeutsame Baumbestand der ‚Ami-Siedlung‘ ist durch Pläne der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und der Landeshauptstadt München zum Wohnungsneubau bedroht. Anwohner*innen, Denkmalschützer*innen und Naturschützer*innen befürchten, dass sich durch die baulichen Eingriffe sowohl der ökologische Wert sowie der einmalige Charakter der Siedlung verschlechtern würde.
„Selbst, wenn nur 500 anstatt der bisher geplanten 1.000 Wohneinheiten dazukämen, würde der ökologische Wert der Siedlung schlechter werden. Nach unserem derzeitigen Stand will die BImA nicht nur Wohnraum schaffen, sondern das gesamte Quartier umgestalten. Zusätzliche Infrastruktur, asphaltierte Straßen und Wege sowie Parkplätze müssten gebaut werden. Trotz Ensembleschutz darf abgerissen und gebaut werden, solange die Zeilenbauweise in fächerartiger Form erhalten bleibt.“, so Dorit Zimmermann.





















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