Erstmals in seiner fast 50-jährigen Geschichte hat sich der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) München Stadt und Land entschlossen, gerichtlich gegen eine Bebauung zu klagen. Der Grund: Im Eggarten, einer ehemaligen Kleingartenanlage im Norden Münchens, sollen bald fast 1.000 alte und unzählige junge Bäume gefällt werden. Sträucher und Hecken verschwinden, ein wertvoller Erholungs- und Lebensraum geht verloren. Unzählige Tier- und Pflanzenarten sind derzeit im Eggarten zuhause, darunter auch der Waldkauz, zahlreiche Fledermausarten – noch. Bis die Bagger anrücken.
Obwohl der Eggarten eine ausgewiesene Frischluftschneise für das Olympiazentrum ist und an heißen Sommertagen dafür sorgt, dass die umgebende dichte Bebauung sich nicht ins unerträgliche erhitzt, und obwohl der Eggarten für viele Tier- und Pflanzenarten eine wichtige Heimstätte ist, soll das ca. 21 ha große Areal mit rund 1.900 Wohnungen in urbaner Dichte, mit Grundschule, Kindertagesstätten, Nahversorgung, Parkgaragen etc. bebaut werden (siehe Entwurfsskizze von Studio Wessendorf mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten). Damit die Vernichtung der Natur nicht allzu sehr schmerzt, werben die Immobilien“entwickler“ stets damit, dass die neue Siedlung ein Modellquartier für genossenschaftlichen Wohnungsbau sowie für die Bereiche Energie, Verkehr und Schwammstadt werden solle. Naturschützer sehen das anders.
Wofür soll diese wertvolle Natur zerstört werden?
Vorwiegend sollen im Eggarten teure Eigentumswohnungen und Gewerbeflächen entstehen, und das in Zeiten immer häufigerer und extremerer Hitzewellen. Dass sich München und die Landkreisgemeinden so enorm aufheizen, liegt nach Ansicht des LBV nur teilweise am Klimawandel. Verantwortlich sei auch das immer weitere Zubauen von Freiflächen. Dagegen helfe nur, die Versiegelung zu stoppen und Bäume zu schützen. Geplante Ersatzpflanzungen könnten den Verlust alter, großer Bäume nicht aufwiegen. Und der LBV schreibt weiter: „Wir wehren uns gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen! Das sind wir auch kommenden Generationen schuldig. Wir haben ein Anwaltsbüro beauftragt, alle Klagegründe gegen die Eggarten-Bebauung zu prüfen und eine Klage vorzubereiten. Dafür sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Wenn wir über mehrere Instanzen gehen, benötigen wir erhebliche Mittel. Die Stadt München ruft zu Spenden für Stadtbäume auf. Ein Baum soll dabei bis zu 95.000 € kosten. Wir halten es für sinnvoller, die Fällung von fast 1.000 alten Bäumen zu verhindern. Uns ist bewusst, dass die Rechtslage nicht einfach ist. Aber wir müssen es versuchen und ein Zeichen setzen! Jeder Euro hilft.
So können Sie die Klage unterstützen
Alle Spenden an den LBV unter dem Kennwort „Eggarten“ (+ Ihre LBV-Mitgliedsnummer, falls vorhanden) werden ausschließlich für die rechtliche Prüfung, die notwendigen Studien dazu und die Klage gegen die Eggarten-Bebauung verwendet. Der LBV München ist als gemeinnützig anerkannt. Spende können daher steuerlich geltend machen werden. Ab 300 € (alle Spenden und Mitgliedsbeiträge in 2026 an den LBV zusammengerechnet) erhalten Sie übrigens automatisch im Februar des Folgejahres eine Spendenquittung, darunter genügt als Beleg der Kontoauszug.
IBAN: DE40 7015 0000 0100 1079 11
BIC: SSKMDEMM – Stadtsparkasse München





















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