Vielen alteingesessenen Münchnern sind die allerorts im Stadtgebiet stattfindende Nachverdichtung und die Schaffung immer neuer Quartiere längst ein Graus. Es könnte künftig noch schlimmer kommen. SPD-Stadträte, darunter Alexander Reissl und Heide Rieke, haben heute im Münchner Stadtrat einen Antrag eingebracht, in dem das Referat für Stadtplanung und Bauordnung gebeten wird zu prüfen, inwieweit mit dem Erlass einer Abstandsflächensatzung mehr Baurecht geschaffen werden kann.
Ihre Begründung: „Die Bayerische Bauordnung sieht grundsätzlich vor, dass als Abstandsfläche zwischen zwei Gebäuden die Wandhöhe (= 1 H) einzuhalten ist, mindestens jedoch 3 m; an zwei Seiten darf die Abstandsflächentiefe auf 0,5 H, mindestens 3 m, reduziert werden.
Art. 6 Abs. 7 BayBO eröffnet allerdings für die Städte und Gemeinden die Möglichkeit, durch Satzung für ihr Gebiet oder Teile ihres Gebiets die einzuhaltende Abstandsflächen auf 0,4 H zu reduzieren, in Gewerbe- und Industriegebieten sogar auf 0,2 H.
In München gehen die freien Flächen, auf denen bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann, langsam zur Neige. Deshalb müssen die Potenziale des Baurechts sowohl in Bebauungsplänen als auch bei der Nachverdichtung bestehender Wohnsiedlungen bestmöglich genutzt werden. Durch eine maßvolle Reduzierung der Abstandsflächen könnte dieses Potenzial weiter erhöht werden. Die Stadt Nürnberg hat seit 1. August 2016 bereits eine solche Satzung.






















Sohn Fritz, der, so erinnert sich die Nachbarschaft, Medizin studiert hat, sowie zwei Töchter, von denen eine nach Amerika ging, während die Johanna im Lande blieb. Die Enkelkinder haben kürzlich an der Dülferstr. neu gebaut. Irgendwann wurde das Haus an der Knospenstr. an Familie Scheib verkauft. Frau Scheib war eine gebürtige Wolfgruber. Sohn Heinz und Tochter Edeltraud, so erinnert sich eine Nachbarin, wohnten lange Jahre zusammen in dem schmuck herausgeputzten Haus, oben Edeltraut
mit Familie, im Parterre der Bruder. Offensichtlich sind sich die beiden Geschwister nun preislich nicht einig geworden, denn der Sohn hätte es gerne erhalten, so ist zu hören. So wurde das Grundstück an einen Investor verkauft, der nun das schöne, charmante Haus abreißen wird, um darauf zwei Einfamilienhäuser mit je zwei Garagen zu bauen. Das einst weitläufige Grundstück ist damit, wie bei so vielen Grundstücken in Feldmoching schon geschehen, kleinteilig parzelliert.



Doch gerade Handwerker suchen in der Stadt oft händeringend bezahlbare Flächen mit langfristigen Mietverträgen und mit für Gewerbe geeigneten Räumen, die beispielsweise hohe Deckenbelastbarkeit und Lastenaufzüge besitzen, auf dass man auch noch im Obergeschoss mit schweren Maschinen arbeiten kann. Gewerbehöfe seien die Antwort auf den Flächenmangel in München, so Schmid. „Gewerbehöfe schaffen Platz für neue Produkte und innovative handwerkliche Ideen. Sie ermöglichen Existenzgründern optimale Startbedingungen, um schnell und unkompliziert in die berufliche Selbständigkeit starten zu können. Denn in einem Gewerbehof kann man nicht nur kleinteilig Flächen mieten – ab 40 qm. Existenzgründer erhalten in den ersten drei Jahren auch einen Mietpreisnachlass von bis zu 1,50 Euro pro qm und pro Monat.“ Zudem sei es auch für die Kundschaft von Vorteil, wenn Handwerker wohnortnah situiert seien, so Schmid, das gleiche die ein oder andere Erschütterung während der Bauphase gewiss aus.
Dass die Gewerbehöfe gerade für die 28.600 Münchner Handwerksunternehmen mit ihren 78.500 Arbeitskräften eminent wichtig sind, unterstrich in seinem Grußwort Lothar Semper, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern. „Wenn Maschinen laufen, wenn gehämmert und gesägt wird, dann ist das zwar Musik in den Ohren des Handwerkers“. In der Nachbarschaft komme die Geräuschkulisse aber meist weniger gut an. Gewerbehöfe sorgten dafür, dass die unverzichtbaren
Handwerker weiter ihren Platz in der boomenden Stadt hätten. In dem Gebäude mit rund 11.500 qm Geschossfläche können sich ab 2019 kleine und mittelständische Betriebe ansiedeln. Peter Kammerer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer IHK, rechnet damit, dass dort bis zu 600 Firmen eine neue Adresse erhalten könnten.
Entscheidung der MGH, für den neuen Gewerbehof einen Architektenwettbewerb auszuloben – das werde nicht immer so gehandhabt. Auch habe sich das Projekt, gemessen an Berliner Verhältnissen, schnell fortentwickelt (Gelächter unter den Gästen). Kramer umriss sodann kurz die architektonischen Werte des neuen Gewerbehofs: Die vier oberirdischen Geschosse besitzen eine klare Grundstruktur. Der Besucherzugang ist in etwa mittig zur Wilhelmine-Reichard-Str. angeordnet, während die Andienung des Gebäudes rückwärtig erfolgt über drei gleichmäßig verteilte und überdachte Zugänge – natürlich mit Lastenaufzug.
Fenster- und Wandpfeilergrößen eine optimale Belichtung gewährleistet ist und sich vielfältige Mieteinheitsgrößen bilden lassen.
Auf der Südseite erhält die Fassade rund um das Feld der Öffnungen eine tiefere Profilierung und leistet somit einen Beitrag zum passiven Sonnenschutz und gleichzeitig zur Lärmreduktion.
Nach so vielen Worten ging es kurz hinaus in die Sonne und zur bereits vorbereiteten Kapsel, die gemeinsam in den Grundstein eingemauert wurde. Bürgermeister Schmid gab die aktuelle SZ sowie die Baupläne in die Kapsel und MGH-Geschäftsführer Rudolf Boneberger fügte noch ein paar Münzen dazu. Anschließend blieb den
Festrednern nur noch, einen unfallfreien Bau innerhalb des Kostenrahmens sowie den künftigen Mietern wirtschaftlichen Erfolg und der MGH weitere spannende Projekte zu wünschen, ehe sich alle schleunigst wieder in das aufgestellte Zelt zurückzogen und zum eröffneten Büffet begaben.
