Die Münchner Bundestagsabgeordnete Doris Wagner (Bündnis 90/Die Grünen) hat anlässlich der Euro Masters Regatta 2016 Unterschriftenlisten der Petition zum Erhalt der Olympia-Regattastrecke übergeben.
Zufrieden über den ersten Teilerfolg meint Doris Wagner: „Endlich ist auch die 10.000er-Marke geknackt. Damit haben mehrere Tausend Unterstützer für den Erhalt der Anlage unterschrieben. Das zeigt, wie sehr sich die Menschen wünschen, dass die Landeshauptstadt München und der Freistaat Bayern sich endlich eindeutig zu diesem Regattastandort und seiner überregionalen Bedeutung bekennen und aktiv werden müssen, anstatt vage Beschlüsse ohne greifbare Ergebnisse zu fassen.“ Die Unterschriftenlisten wurden am Sonntag, den 31. Juli an Oliver Bettzieche, Vorstandsvorsitzender des ausrichtenden Vereins Regatta München und Initiator der Petition „Regatta ohne Regatta? Nein danke!“, auf der Olympia-Regattaanlage in Oberschleißheim übergeben. Die Petition kann noch bis Oktober 2016 unterschrieben werden unter
Die Petition wird unter anderem unterstützt vom bayerischen Ruderverband, dem bayerischen und deutschen Kanuverband sowie von rudern.de und zahlreichen Vereine im In- und Ausland.
Der Stadtrat der Landeshauptstadt München hat sich zwar am 2. Dezember 2015 in Teilen zur Olympia-Regattaanlage München in Oberschleißheim bekannt, gleichzeitig aber die Prüfung zweier Alternativen in Auftrag gegeben, die den Erhalt einer der beliebtesten, fairsten und meist genutzten Regattastrecken der Welt gefährdet. Diese beiden Alternativen schließen die Ausrichtung von nationalen und internationalen Regatten explizit aus.
In der Petition werden der Münchner Stadtrat sowie der Freistaat Bayern aufgefordert:
- sich zu dem Erbe der Olympischen Spiele von 1972 zu bekennen,
- die bisherige, vorbildlich nachhaltige Nutzung der Regattaanlage zu würdigen und
- sie weiter in einem finanziell angemessenen Rahmen gleichermaßen als Standort für nationale und internationale Ruder- und Kanurennsportregatten und als Trainingsterrain für Ruderer und Kanuten, als Erholungsort für Naturliebhaber und Spaziergänger und als Sportstätte für all die anderen Sportarten wie Radsport, Laufsport, Triathlon, Beachvolleyball, Beachsoccer, Inline-Skating und viele mehr zu erhalten, die hier eine offizielle oder auch inoffizielle Heimat gefunden haben.
Setzen sich für den Erhalt der Olympia-Ruderregattestrecke ein: Madeleine Eilenstein, Georg Nitsche, Doris Wagner, Oliver Bettzieche, Isabel Klose (auf dem Foto v. l. n. r.)
















Der Ortsverband Nord der Grünen hatte im Vorfeld des Spaziergangs schon in etwa die mögliche Trasse markiert, damit sich die Flaneure ein besseres Bild von der Situation machen konnten. Bis dato ist der Trassenverlauf zwar nicht festgelegt, vermutlich dürfte er aber sehr knapp neben den Punkthochhäusern an der Thelottstr. vorbeiführen, um den Eingriff ins FFH-Gebiet möglichst gering zu halten, so wurde an diesem späteren Nachmittag gemutmaßt.
breit sein. Dazu kommt der Platz fürs schwere Gerät, denn aus Kostengründen soll der Tunnel in offener Bauweise und nicht in Bergbauweise per Vortrieb erstellt werden. Der betroffene Waldbereich müsste dann komplett gerodet werden und bis der Waldabschnitt dann wieder so ist, wie er jetzt ist, werden Jahrzehnte vergehen.
Den Spekulationen über einen kurzen Tunnel oder gar eine oberirdische Anbindung der Schleißheimer Str. an die A99, wie sie an diesem Abend auch angestellt wurden, wollen wir hier nicht nachgehen, da Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher versicherte, dass man im Stadtrat wirklich nur die 3 km lange Tunnellösung diskutiere, wobei ihm immer noch unklar sei, warum diese Röhre, doppelt so lange wie der Richard-Strauss-Tunnel, nur halb so viel kosten solle wie dieser. Dass der Autobahnzubringer nur zweispurig geplant sei – und damit nichts bringe, wie viele Teilnehmer des Spaziergangs meinten –, hat laut Bickelbacher zwei Gründe: die Kosten
und dass man meint, eine zweispurige Straße durch das U-Bahn-Sperrengeschoss Dülferstr. legen zu können, während eine vierspurige Straße unterhalb des Einkaufszentrums Mira gelegt werden müsste, auf dass es aus dieser Tiefe keine Anbindung an die Dülfer- und/oder Neuherbergstr. geben könnte, was etliche Anwesende auch wieder blöd fanden, weil sie dann von dem Autobahnzubringer gar nichts hätten und wieder zur Ingolstädter Str. fahren müssten. Anwohner der Ingolstädter Str. dagegen fanden die Grünen-Idee, ganz auf den Tunnel zu verzichten, auch keine Lösung für sich (dasselbe gilt für Feldmoching) und plädierten für eine gerechte Verteilung der Lasten. Fazit: Man fand bei diesem Spaziergang also nicht nur wilde Orchideen und lauschte dem Gezwitscher des Grünspechts, sondern tauschte auch durchaus konträre Standpunkte aus.
Eine neue Straße ziehe nur noch mehr Verkehr an („wer Straßen baut, wird Verkehr ernten“), der Tunnel sei eine reine Baumaßnahme für Pendler, aber nicht für München, so war zu hören. Der Tunnel halte zwar den Lärm fern von den Anwohnern, aber irgendwo müssten ja die Abgase hin. Ferner sei er ein weites Einfallstor für den Verkehr von außen, vor allem wenn man bedenke, dass die neuen Bewohner von Freiham künftig schnell auf die A99 fahren werden, wenn man bedenke, dass die A92 zum Flughafen ausgebaut wird und wenn man bedenke, was noch so im Bundesverkehrswegeplan stehe, etwa ein dritter Allacher Tunnel. 5.000 Bäume fielen jährlich in München den Bebauungsplänen zum Opfer, da solle nicht auch noch das FFH-Gebiet Hartelholz angetastet werden, wiewohl einige der rund 40 Spaziergänger meinten, der Wald werde eh schon intensiv mit schwerem Gerät fortwirtschaftlich genutzt (Fällen von großen Kiefern und alten Eichen) und man sehe kaum einen alten, wertvollen Baumbestand auf der möglichen Trasse.
immer gesagt, das FIZ Future, der Ausbau von BMW um bis zu 15.000 Arbeitsplätze, gehe auch ohne die von BMW gewünschte Autobahnanbindung, erklärte Stadtrat Bickelbacher und OV-Sprecher Jürgen Trepohl ergänzte, es fehlten im Münchner Norden nicht Autobahnanschlüsse, sondern Tangentialen im Netz des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV), etwa vom Hasenbergl nach Fröttmaning. Er plädierte ferner für die Aktivierung des Nordrings und des Gütergleises an der Berberitzenstr. für den Personenverkehr, auf dass darüber beispielsweise ein Zug von Freising direkt bis vors Eingangstor von BMW fahren könne. Statt das Geld in einen langen Tunnel zu versenken, so das Credo der Grünen, sollte man es lieber für Verbesserungen im ÖPNV (und für Lärmschutz der Bahnanwohner) ausgeben.