Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) informiert, dass es derzeit vor allem im Norden und Westen Münchens zu Rückständen bei der Abholung der Mülltonnen kommen kann. Grund ist, dass überdurchschnittlich viele Kraftfahrer erkrankt sind. „Wir bedauern die Situation und bitten die Münchnerinnen und Münchner um Verständnis“, so Helmut Schmidt, Zweiter Werkleiter des AWM. „Wir arbeiten daran, die Rückstände so rasch wie möglich zu beseitigen. Etwa haben wir für die kommende Zeit einige pensionierte Kraftfahrer des AWM zurückgeholt, um so rasch wie möglich die gewohnte Zuverlässigkeit der Müllabfuhr wieder herzustellen. Generell leeren wir zuerst die Restmüll- und Biotonnen, um eine Geruchsbelästigung zu vermeiden.“
Für Fragen steht das AWM-Infocenter, Telefon 2 33-9 62 00, Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und am Freitag von 8 bis 14 Uhr zur Verfügung.
Buseinstieg bei der Wendeschleife an der Paul-Preuß-Str.
Durch den Bau des Boardinghauses am Walter-Sedlmayr-Platz fährt der Bus 173 (tageszeitabhängig auch der 172er) durch die Paul-Preuß-Str. und dreht bei der alten Buswendeschleife. Um nicht nur die Nachteile dieser Umleitung zu haben, regten Anwohner der neuen Siedlung am Paul-Huml-Bogen an, doch dort (wieder) einen zumindest provisorischen Bushalt einzurichten. Der MVG, so ist einem Schreiben an den hiesigen Bezirksausschuss zu entnehmen, will nun bis zum Schuljahresbeginn eine solche provisorische Haltestelle einrichten. Diese soll bis zum voraussichtlichen Bauende im September 2017 gelten. Ob die Haltestelle darüber hinaus beibehalten werden soll, möchte der MVG im Frühjahr 2017 mit dem BA 24 erörtern. Der BA stimmte auf seiner letzten öffentlichen Sitzung vor der Sommerpause diesem „Probebetrieb“ zu.
Doris Wagner übergibt Unterschriftenlisten zum Erhalt der Olympia-Regattastrecke
Die Münchner Bundestagsabgeordnete Doris Wagner (Bündnis 90/Die Grünen) hat anlässlich der Euro Masters Regatta 2016 Unterschriftenlisten der Petition zum Erhalt der Olympia-Regattastrecke übergeben.
Zufrieden über den ersten Teilerfolg meint Doris Wagner: „Endlich ist auch die 10.000er-Marke geknackt. Damit haben mehrere Tausend Unterstützer für den Erhalt der Anlage unterschrieben. Das zeigt, wie sehr sich die Menschen wünschen, dass die Landeshauptstadt München und der Freistaat Bayern sich endlich eindeutig zu diesem Regattastandort und seiner überregionalen Bedeutung bekennen und aktiv werden müssen, anstatt vage Beschlüsse ohne greifbare Ergebnisse zu fassen.“ Die Unterschriftenlisten wurden am Sonntag, den 31. Juli an Oliver Bettzieche, Vorstandsvorsitzender des ausrichtenden Vereins Regatta München und Initiator der Petition „Regatta ohne Regatta? Nein danke!“, auf der Olympia-Regattaanlage in Oberschleißheim übergeben. Die Petition kann noch bis Oktober 2016 unterschrieben werden unter
Die Petition wird unter anderem unterstützt vom bayerischen Ruderverband, dem bayerischen und deutschen Kanuverband sowie von rudern.de und zahlreichen Vereine im In- und Ausland.
Der Stadtrat der Landeshauptstadt München hat sich zwar am 2. Dezember 2015 in Teilen zur Olympia-Regattaanlage München in Oberschleißheim bekannt, gleichzeitig aber die Prüfung zweier Alternativen in Auftrag gegeben, die den Erhalt einer der beliebtesten, fairsten und meist genutzten Regattastrecken der Welt gefährdet. Diese beiden Alternativen schließen die Ausrichtung von nationalen und internationalen Regatten explizit aus.
In der Petition werden der Münchner Stadtrat sowie der Freistaat Bayern aufgefordert:
- sich zu dem Erbe der Olympischen Spiele von 1972 zu bekennen,
- die bisherige, vorbildlich nachhaltige Nutzung der Regattaanlage zu würdigen und
- sie weiter in einem finanziell angemessenen Rahmen gleichermaßen als Standort für nationale und internationale Ruder- und Kanurennsportregatten und als Trainingsterrain für Ruderer und Kanuten, als Erholungsort für Naturliebhaber und Spaziergänger und als Sportstätte für all die anderen Sportarten wie Radsport, Laufsport, Triathlon, Beachvolleyball, Beachsoccer, Inline-Skating und viele mehr zu erhalten, die hier eine offizielle oder auch inoffizielle Heimat gefunden haben.
Setzen sich für den Erhalt der Olympia-Ruderregattestrecke ein: Madeleine Eilenstein, Georg Nitsche, Doris Wagner, Oliver Bettzieche, Isabel Klose (auf dem Foto v. l. n. r.)
Grüne wollen Hartelholz unangetastet wissen
Die Position von Bündnis 90 / Die Grünen im Stadtrat wie in den Bezirksausschüssen ist eindeutig: kein Anschluss der Schleißheimer Str. an die A99. Durch den Bau des Tunnels würde wertvolles FFH-Gebiet zerstört und damit letztlich auch den Menschen im Münchner Norden die gesunde Lebensgrundlage entzogen werden, weil der Wald eine wichtige Klimafunktion ausübe. So die Argumentation der Grünen. Bei einem gemeinsamen Spaziergang durchs Hartelholz und das Naturschutzgebiet Panzerwiese wollten sich (Lokal-)Politiker, Naturschützer, ein Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde und Bürger am Montag, den 18. Juli selbst ein Bild von der möglichen Zerstörung durch den angedachten Tunnelbau machen.
Der Ortsverband Nord der Grünen hatte im Vorfeld des Spaziergangs schon in etwa die mögliche Trasse markiert, damit sich die Flaneure ein besseres Bild von der Situation machen konnten. Bis dato ist der Trassenverlauf zwar nicht festgelegt, vermutlich dürfte er aber sehr knapp neben den Punkthochhäusern an der Thelottstr. vorbeiführen, um den Eingriff ins FFH-Gebiet möglichst gering zu halten, so wurde an diesem späteren Nachmittag gemutmaßt.
22 m soll der geplante zweispurige Autobahnzubringer (samt gefordertem Standstreifen)
breit sein. Dazu kommt der Platz fürs schwere Gerät, denn aus Kostengründen soll der Tunnel in offener Bauweise und nicht in Bergbauweise per Vortrieb erstellt werden. Der betroffene Waldbereich müsste dann komplett gerodet werden und bis der Waldabschnitt dann wieder so ist, wie er jetzt ist, werden Jahrzehnte vergehen.
Der Intention, den Eingriff ins FFH-Gebiet möglichst gering zu halten, dürfte auch die Tatsache geschuldet sein, dass das Planungsreferat lediglich einen Halbanschluss gen Westen vorsieht. Ein Vollanschluss, also auch die Auf/Abfahrtsmöglichkeit gen Osten, wie ihn die CSU möchte, würde deutlich mehr Fläche verbrauchen, erläuterte OV-Sprecher Jürgen Trepohl. Zu sehen sei das etwa beim neuen Anschluss Aschheim/Ismaning.
Aus Kostengründen soll der Tunnel nur zweispurig werden
Den Spekulationen über einen kurzen Tunnel oder gar eine oberirdische Anbindung der Schleißheimer Str. an die A99, wie sie an diesem Abend auch angestellt wurden, wollen wir hier nicht nachgehen, da Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher versicherte, dass man im Stadtrat wirklich nur die 3 km lange Tunnellösung diskutiere, wobei ihm immer noch unklar sei, warum diese Röhre, doppelt so lange wie der Richard-Strauss-Tunnel, nur halb so viel kosten solle wie dieser. Dass der Autobahnzubringer nur zweispurig geplant sei – und damit nichts bringe, wie viele Teilnehmer des Spaziergangs meinten –, hat laut Bickelbacher zwei Gründe: die Kosten
und dass man meint, eine zweispurige Straße durch das U-Bahn-Sperrengeschoss Dülferstr. legen zu können, während eine vierspurige Straße unterhalb des Einkaufszentrums Mira gelegt werden müsste, auf dass es aus dieser Tiefe keine Anbindung an die Dülfer- und/oder Neuherbergstr. geben könnte, was etliche Anwesende auch wieder blöd fanden, weil sie dann von dem Autobahnzubringer gar nichts hätten und wieder zur Ingolstädter Str. fahren müssten. Anwohner der Ingolstädter Str. dagegen fanden die Grünen-Idee, ganz auf den Tunnel zu verzichten, auch keine Lösung für sich (dasselbe gilt für Feldmoching) und plädierten für eine gerechte Verteilung der Lasten. Fazit: Man fand bei diesem Spaziergang also nicht nur wilde Orchideen und lauschte dem Gezwitscher des Grünspechts, sondern tauschte auch durchaus konträre Standpunkte aus.
Die Grünen-Argumente gegen den Tunnel Schleißheimer Str.
Eine neue Straße ziehe nur noch mehr Verkehr an („wer Straßen baut, wird Verkehr ernten“), der Tunnel sei eine reine Baumaßnahme für Pendler, aber nicht für München, so war zu hören. Der Tunnel halte zwar den Lärm fern von den Anwohnern, aber irgendwo müssten ja die Abgase hin. Ferner sei er ein weites Einfallstor für den Verkehr von außen, vor allem wenn man bedenke, dass die neuen Bewohner von Freiham künftig schnell auf die A99 fahren werden, wenn man bedenke, dass die A92 zum Flughafen ausgebaut wird und wenn man bedenke, was noch so im Bundesverkehrswegeplan stehe, etwa ein dritter Allacher Tunnel. 5.000 Bäume fielen jährlich in München den Bebauungsplänen zum Opfer, da solle nicht auch noch das FFH-Gebiet Hartelholz angetastet werden, wiewohl einige der rund 40 Spaziergänger meinten, der Wald werde eh schon intensiv mit schwerem Gerät fortwirtschaftlich genutzt (Fällen von großen Kiefern und alten Eichen) und man sehe kaum einen alten, wertvollen Baumbestand auf der möglichen Trasse.
Die „grünen“ Alternativen zur Tunnellösung
Ein FFH-Gebiet ist besonders geschützt und darf wirklich nur dann angetastet werden, wenn es alternativlos ist. Doch die Grünen sehen durchaus Alternativen. Die Stadt habe
immer gesagt, das FIZ Future, der Ausbau von BMW um bis zu 15.000 Arbeitsplätze, gehe auch ohne die von BMW gewünschte Autobahnanbindung, erklärte Stadtrat Bickelbacher und OV-Sprecher Jürgen Trepohl ergänzte, es fehlten im Münchner Norden nicht Autobahnanschlüsse, sondern Tangentialen im Netz des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV), etwa vom Hasenbergl nach Fröttmaning. Er plädierte ferner für die Aktivierung des Nordrings und des Gütergleises an der Berberitzenstr. für den Personenverkehr, auf dass darüber beispielsweise ein Zug von Freising direkt bis vors Eingangstor von BMW fahren könne. Statt das Geld in einen langen Tunnel zu versenken, so das Credo der Grünen, sollte man es lieber für Verbesserungen im ÖPNV (und für Lärmschutz der Bahnanwohner) ausgeben.
Wie heikel eine mögliche A99-Anbindung durch dass FFH-Gebiet ist, zeigt sich auch daran, dass der Bund Naturschutz schon angekündigt hat, dagegen gegebenenfalls vor dem Europäischen Gerichtshof zu klagen. Das dürfte jede Bauaktivität auf Jahre hinaus verzögern.
Skizze: OV Nord Bündnis 90 / Die Grünen
Eiweißversorgung der Tiere aus mehr heimischem Anbau
Auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche zwischen der Grashofstr. kurz vor der Mühlbachbrücke und dem Eishüttenweg hat heuer ein junger Meisteranwärter der Landwirtschaft ein eindrucksvolles Versuchs- und Demonstrationsfeld angelegt. Ziel dieser Arbeit ist ein Vergleich des Anbaus der heimischen Eiweißfutter Erbse, Ackerbohne, Sojabohne und Lupine unter unseren hiesigen natürlichen Boden- und Klimabedingungen.
Die bayerische Staatsregierung hatte bereits im Jahre 2011 eine „Eiweißinitiative“ zur Einsparung zumindest eines großen Teils der immensen Importe von Sojabohnen beziehungsweise von Sojaschrot aus Überseegebieten – etwa aus Argentinien und den USA – durch die Förderung des einheimischen Anbaus von Eiweißpflanzen (Leguminosen) gestartet. Derartige Programme laufen bis heute übrigens auch in anderen Bundesländern und in Österreich, die zum Teil fachlich miteinander vernetzt sind.
Eine gesunde Ernährung der landwirtschaftlichen Tiere ist nur mit dem Angebot
hochwertiger Eiweißfuttermittel gewährleistet. Das heißt, die Futtermittel müssen ein breites Spektrum an essentiellen (lebensnotwendigen) Eiweißbausteinen (Aminosäuren) enthalten und für die Tiere gut verwertbar sein. Besonders Schweine und Geflügel (Legehennen, Truthühner und Masthähnchen) benötigen ein voll ausgewogenes Eiweißangebot zur „Effizienzsteigerung“ der Fütterung. Die hierbei bevorzugte Rohstoffquelle ist die – zu importierende – Sojabohne.
Deutschland importiert jährlich etwa 4,5 Mio. t Sojabohnen und -schrot (die gesamte EU 35 Mio. t). Der größte Anteil davon (ca. 80 %) ist gentechnisch verändert (GV). Im Gegensatz zu den freien Importen ist der Anbau von GV-Sojabohnen in Deutschland allerdings verboten. Auch der Import von GV-Futtermitteln ist übrigens wie der von GV-Bohnen erlaubt. Das verstehe, wer will.
In Deutschland ist die Eigenproduktion von (nicht GV-)Bohnen mittlerweile auf 17.500 ha angewachsen, darunter in Bayern auf 7.300 ha. Damit wird allerdings nur eine Eigenversorgung von 1 % (EU ca. 4 %) erreicht. Mensch wie Tier futtern demnach weit mehr GV-Nahrungsmittel aus diesen Quellen in sich hinein, als man sich das vorstellen kann – oder will!
Berücksichtigt man alle Eiweißäquivalente, so konnte immerhin in Bayern das Sojaschrot von 2010 bis 2014 bei den Rindern um 37 % und bei den Schweinen um 21 % gegen heimisches Eiweißfutter ausgetauscht werden. Dies ist schon eine beachtliche Entwicklung!
Ersatzmöglichkeiten müssen erprobt werden
Das erklärte Ziel der Regierungen ist es, die Versorgung mit pflanzlichem Nahrungseiweiß für Mensch und Tier aus heimischen Eiweißpflanzen zu stärken, und zwar ohne Genveränderung. Dazu zählen neben der bereits in einigen
südlichen Regionen erfolgreich angebauten Sojabohne (ohne GV) in erster Linie die weiteren Leguminosen Ackerbohne, Erbse, Lupine und in geeigneten Regionen auch Linsen, Luzerne und Kichererbse.
Wollten wir allerdings alle Importe von Sojabohnen aus Übersee durch Eigenanbau kompensieren, dann würde man (eiweißäquivalent) mit Sojabohnen 2,3 Mio. ha, mit Futtererbsen ca. 4 Mio. ha und mit Lupinen ca. 5,1 Mio. ha benötigen. Es gibt in Deutschland aber nur 11,9 Mio. ha Ackerflächen. Wir werden also auch künftig, eine unverändert große Tierhaltung vorausgesetzt, größere Eiweißimporte brauchen.
Die Eigenversorgung muss erhöht werden
Eine unabdingbare Voraussetzung zur Förderung des erfolgreichen, heißt wirtschaftlichen Anbaus hochwertiger Eiweißpflanzen, zunächst für die vollwertige Ernährung der landwirtschaftlichen Tiere, ist die sichere Kenntnis der Landwirte über die optimalen Standortbedingungen, die Anbautechniken, die Pflege (Düngung und Pflanzenschutz), die verlustfreie Lagerung der Früchte, deren Verarbeitung und schließlich die tier- und leistungsgerechte Verfütterung.
Der Anbauversuch in Feldmoching liefert interessante Erkenntnisse
Der junge Feldmochinger Meisteranwärter hat sich in seinem Vergleichsversuch für die Sojabohne, die Ackerbohne, die Felderbse und die Lupine entschieden. Dabei hatte für ihn oberste Priorität, dass der gesamte Versuch mit garantiert nicht genveränderten Pflanzen angelegt ist. Auf den 20 Parzellen zu je 250 qm kamen zudem noch unterschiedliche Sorten wie auch verschiedene Gemenge aus Ackerbohnen und Felderbsen sowie mit Hafer in den Versuch. Die saubere Abtrennung der Parzellen gewährleisten breite Grünstreifen. Zudem werden alle Parzellen auf dem gleichen Acker versetzt wiederholt, um mögliche Abweichungen in der Bodenbeschaffenheit zu erkennen und bei der Auswertung zu berücksichtigen.
Der Anbauversuch an der Grashofstr. steht inmitten seiner Vegetationsperiode. Er
ist in seiner ersten Stufe auf dem Feld erst mit dem Abernten der Parzellen im Herbst und danach mit der Erfassung der Ertragsergebnisse beendet. Auf dieser Grundlage werden dann die sicher interessanten Auswertungsergebnisse unter den Bedingungen von Bodenqualität, Regionalklima (insbesondere Spät- und Frühfröste und Niederschlagsmengen insgesamt und in der Niederschlagsverteilung über die Vegetationsperiode hinweg) vorliegen.
Der bisherige Verlauf
Die Parzellen präsentieren sich dem Betrachter gegenwärtig sehr unterschiedlich. Die Ackerbohnen und die Felderbsen allein und im Gemenge stehen ganz prächtig da.
Die Sojabohnen hatten nach ihrer Aussaat gewiss Startschwierigkeiten wegen der zu tiefen Temperaturen im Frühjahr. Bei weiter guten Wachstumsbedingungen könnten sie jedoch noch aufholen. Der weitere Verlauf ist aber ungewiss.
Nicht befriedigend sind die Lupinen. Sie werden keine guten Erträge bringen.
Fazit: Mit Ackerbohnen und Erbsen könnte bei uns eine noch größere Eiweißinitiative als bisher gestartet werden. Die Lupine (verfügbare Sorten) verträgt dagegen die relativ kalkhaltigen Böden schlecht bis gar nicht. Diese Frucht taugt für unsere Region noch nicht.
Die Sojabohne ist in unserer Region heute noch mit einem gewissen Risikos behaftet. Die Weiterzüchtung wird vermutlich in absehbarer Zeit bisherige Schwächen ausschalten, hoffentlich auch bei der Lupine. All diese Eiweißpflanzen haben das Problem der Verunkrautung im Bestand. Dabei gibt es in Deutschland für Körnerleguminosen nur wenige zugelassene Pflanzenschutzmittel, die nur eine geringe Wirkung haben.
Von einer nationalen Eigenversorgung allein mit heimischen Eiweißfuttermitteln sind wir heute „Lichtjahre“ entfernt. Die bisherigen Erfolge laufen jedoch in die richtige Richtung. Die Bewegung hin zu „Bio“ und „Öko“ hat in den letzten Jahren kräftig an Fahrt aufgenommen.
Wünschen wir dem jungen Feldmochinger Meisteranwärter gute, aufschlussreiche Versuchsergebnisse. Viele weitere derartiger Anbauversuche werden in unserem Land noch folgen müssen.
Stadt senkt Stellplatzschlüssel
Die Münchner SPD feiert es, Anwohner von Neubaugebieten werden es nicht lustig finden: Der städtische Planungsausschuss hat kürzlich den Beschluss gefasst, dass zukünftig im geförderten Wohnungsbau – je nach Art der Förderung – ein Stellplatzschlüssel von 0,8 bis 0,3 gelten soll. Des Weiteren werden zukünftig generell bei allen Wohnungsbauprojekten (auch von Privaten) weniger Stellplätze gefordert, wenn das Bauvorhaben mindestens zehn Wohneinheiten umfasst, gut durch den ÖPNV erschlossen ist, ein plausibles Mobilitätskonzept vorgelegt wird und die noch zu schaffenden Stellplätze im Gemeinschaftseigentum verbleiben. Die Reduzierung der Stellplatzforderung kann in Abhängigkeit vom vorgelegten Mobilitätskonzept bis auf den Faktor 0,3 erfolgen, wobei das Konzept in geeigneter Form abgesichert sein muss (z. B. durch die nachträgliche Schaffung von Stellplätzen, falls es nicht funktioniert). Bislang musste grundsätzlich ein Stellplatz pro neu geschaffener Wohnung errichtet werden, was einem Stellplatzschlüssel von 1,0 entspricht. Wo die Schaffung von Stellplätzen nicht möglich war, musste der Bauherr eine entsprechende Ablösesumme an die Stadt zahlen.
Laut den städtischen Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften ist die geforderte Zahl an Stellplätzen aber nicht notwendig. Vor allem im geförderten Wohnungsbau meinen sie festgestellt zu haben, dass bei Weitem nicht mehr jede Mietpartei auch ein Auto besitzt.
Fazit: Super, der Bauherr spart sich künftig Kosten für Stellplätze – ein Stellplatz in einer Tiefgarage verursacht Kosten zwischen 20.000 und 40.000 Euro und der Parkplatz in einer Duplexfertiggarage schlägt bei einer Eigentumswohnung auch immer mit mindestens 25.000 Euro zu Buche – und die Anwohner dürfen das in Form von Parkchaos auf den Straßen ausbaden, siehe Gottesackerweg, siehe Herbergstr. …
Die Anwohner der GWG-Wohnanlage zwischen der Rahein- und der Morigglstr. können ja ab nächstes Jahr Feldforschung betreiben, welche Mieter wie viele Autos besitzen!
Verkehrszählung in der Herbergstr.
Offensichtlich wurden am Donnerstag/Freitag die Autos in der Herbergstr. erneut gezählt – so wie die Teilnehmer des Workshops zur Bebauung an der Hochmuttinger Str. es vor Monaten gefordert hatten, weil sie als Anwohner die Einschätzung der städtischen Behördenvertreter nicht teilten, dass die Herberg- und die Paul-Preuß-Str. locker aufnahmefähig seien für den zusätzlichen Verkehr
durch die Neubürger.
An diesen Tagen waren nämlich sowohl an der Kreuzung Dülfer-/Paul-Preuß-Str. wie an der Ecke Pflaum-/Feldmochinger Str. Kameras zur Verkehrszählung installiert worden. Mal abwarten, was diese Zählung ergibt und wie sie interpretiert wird!
Demo: „Leise Gleise“ durch die Lerchenau und Feldmoching
Der Verein Aktionskreis contra Bahnlärm München Nord e.V. hat recherchiert, dass mit einer deutliche Erhöhung des Zugaufkommens auf dem Gütergleis durch Feldmoching und die Lerchenau gerechnet werden muss, und ruft die betroffenen Bürger auf, durch eine Teilnahme an einer Demonstration am Samstag, den 9. Juli dem Anliegen pro Lärmschutz Gewicht zu verleihen.
Vor wenigen Jahren befand sich das Güterzuggleis durch die Lerchenau und Feldmoching noch im Dornröschenschlaf. Heute werden werktags bereits durchschnittlich 30 Züge gezählt. Aber für die Zukunft ist mit einer erheblich höheren Belastung zu rechnen. Die Bahn hat ein Planfeststellungsverfahren für den Lückenschluss der Feldmochinger Kurve beantragt – eine Maßnahme, die nach Bahn-eigenen Aussagen zu zwischen 19 und 40 zusätzlichen Zügen pro Tag führen wird. Daneben wurde auf der Dachauer Verkehrskonferenz im April insbesondere von BMW und dem Münchner Flughafen angeregt, die Strecke für den Personenverkehr zu nutzen. Zusätzlich fordert der Fahrgastverband Pro Bahn eine Verlagerung des Güterzugverkehrs vom Münchner Südring auf den Nordring, wodurch deutlich mehr Züge die Abzweigung vom Nordring Richtung Freising nehmen würden. Und langfristig wird der Brennerbasistunnel seine Wirkung zeigen, der den Güterzugverkehr in Europa verdoppeln soll.
Während anderen Münchner Vierteln umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen zuerkannt wurden, führt das Güterzuggleis durch die Lerchenau und Feldmoching teilweise nur wenige Meter an Wohnhäusern vorbei – ohne jeglichen Lärmschutz, der auch nach wie vor nicht vorgesehen ist: Im Antrag der Bahn für die Feldmochinger Kurve steht unter Kapitel 6.5 Lärmschutzwände lapidar das Wort „Entfällt“. Das will der neu gegründete Verein Aktionskreis contra Bahnlärm München Nord e. V. (A.c.B.) nicht einfach hinnehmen. Innerhalb von drei Monaten seit der Gründung konnte der Verein deutlich über 100 Mitglieder gewinnen und in Presse und Radio auf sich aufmerksam machen.
Anfang Juni wandte sich der Verein in einem offenen Brief an zahlreiche Politiker der Stadt, des Landes und des Bundes und forderte von ihnen eine konkrete Aussage, wie die Anwohner des Güterzuggleises durch die Lerchenau und Feldmoching gegen die Zunahme des Lärms geschützt werden. Der Brief und die bisher eingegangenen Antworten sind auf der Webseite www.bahnlaerm-muenchen.de unter „Aktuelles“ nachzulesen.
Aber nicht nur die direkt am Bahngleis wohnenden Bürger seien betroffen, so der Vereinsvorstand. Auch das beliebte Freizeitgebiet am Lerchenauer See werde durch die Zunahme des Zugverkehrs erheblich an Erholungswert verlieren. Ganz zu schweigen von der Staubelastung in der Hochmuttinger, Lerchen-, Lerchenauer und Wilhelmine-Reichard-Straße, wenn sich die Schließzeiten der Schranken verdoppeln oder gar verdreifachen.
Daher ruft der Verein zur Teilnahme an der Demonstration „Leise Gleise“ am Samstag, dem 9. Juli von 11 bis 13 Uhr auf. Start ist bei der Lerchenauer Str. 240 (Höhe Fristo Getränkemarkt neben Aldi) mit einer Kundgebung, bei der unter anderem der Landtagsabgeordnete Joachim Unterländer und der BA-24-Vorsitzende Markus Auerbach sprechen werden. Von dort geht es über die Berberitzenstr. bis zum Bahnübergang Wilhelmine-Reichard-Str. (ehemals Schittgablerstr.), Löwenzahnweg, Bocksdorn- und Lerchenauer Str. zurück zum Ausgangspunkt.
Der Vereinsvorstand rechnet sich durchaus Chancen aus, etwas bewirken zu können, sofern Bahn und Politikern deutlich gemacht werden kann, dass viele Menschen betroffen und bereit sind, sich zu wehren.
Bahnübergang Fasanerie: Runder Tisch Anfang Juli
Das Baureferat wird voraussichtlich Anfang Juli einen Bürgerworkshop zur „Höhenfreimachung S-Bahn-Kreuzung in der Fasanerie“ veranstalten und dazu großflächig die Bürger der Fasanerie wie der Siedlung am Lerchenauer See einladen. Stattfinden soll er wohl in der Mehrzweckhalle. Dieses Mal wird auch nicht am Geld gespart, sondern ein externer Moderator angeheuert.
Bezirksausschuss 24 diskutiert CSU-Forderungskatalog
Am Dienstag, den 31. Mai trafen sich die Mitglieder des Bezirksausschusses 24 im Pfarrsaal von Mariä Sieben Schmerzen zu einer weiteren öffentlichen Sitzung. Diese fand zwar am nördlichsten Zipfel Münchens im Hasenbergl Nord statt, thematisch beschäftigten sich die Lokalpolitiker aber vor allem mit Themen aus Feldmoching. So nahm der Forderungskatalog des CSU-Ortsverbands Feldmoching zum Verkehrskonzept und zur Verbesserung der Infrastruktur breiten Raum ein.
Verkehrskonzept: Viele Wünsche. Und die Umsetzung?
Der Punkt, vor dem Baubeginn bereits die Neubaugebiete durch mehrere neue Straßen ans vorhandene Straßennetz anzubinden, wurde zwar abgelehnt, doch beim Wunsch Nummer zwei, bei der Schaffung von ausreichendem Parkraum in den Neubaugebieten, einigte man sich auf 0,8 pro Wohneinheit. Forderung Nummer 3 sieht den Bau eines neuen S-Bahnhofs zwischen Feldmoching und Oberschleißheim mit P&R-Parkplätzen sowie die Verlagerung der MVV-Zonengrenze 4 an diesen Punkt vor. Hier sprach sich der BA für einen weiteren S-Bahnhof auf Höhe der neuen Veterinärmedizinischen Einrichtungen der LMU München in Oberschleißheim samt künftiger Tierkliniken, Institute und Versuchsgut aus. Die Zonengrenze 4 soll bis Oberschleißheim ausgedehnt werden.
Die Neubaugebiete in Feldmoching sollen künftig durch Buslinien angebunden werden und bei der Forderung nach Verlegung des Durchgangsverkehrs aus den bestehenden Wohngebieten und Vermeidung von Durchgangsverkehr in den neuen Wohngebieten sehen die meisten BA-Mitglieder vornehmlich die Lösung in einer Anbindung der Schleißheimer Str. mittels eines langen Tunnels an die A 99 – nur die Grünen-Traktion stimmte gegen diesen Tunnel bis zur Augustin-Rösch-Str. Gefordert wird ferner die Beseitigung der drei beschrankten Bahnübergänge. Diese soll möglichst parallel, zumindest aber zeitnah erfolgen. Bei der „kleinen Unterführung“, schon immer eine Rad-/Fußgängerunterführung, soll lediglich der Boden neu geteert werden. Ferner schwebt dem BA ein zusätzlicher Rad/Fußgängertunnel weiter im Norden vor.
Infrastruktur: Ein Gymnasium & Flächen für freie Berufe
Feldmoching drohen nicht nur etliche große Neubaugebiete, seit Jahren wird der Ort selbst auch massiv verdichtet. Die Infrastruktur hinkt hingegen gewaltig hinterher. So fordert die CSU Feldmoching und im Gefolge der gesamte BA etwa die Bereitstellung von ausreichend Schulraum für Grund- und weiterführende Schulen, insbesondere den Neubau eines Gymnasiums auf dem Gebiet der Bergwachtsiedlung. Laut BA-Vorsitzendem Auerbach sieht man im Schulreferat durchaus die Notwendigkeit eines weiteren Gymnasiums im Norden und prüfe auch bereits den Standort Bergwacht, ja er sei schon „ins konkrete Auge gefasst“ worden.
Die Forderung nach Sicherung der Gesundheitsvorsorge für alle Bewohner Feldmochings sowie die Bereitstellung von ausreichenden Krankenhausbetten im Schwabinger Krankenhaus wurde sehr ausgiebig diskutiert. Der BA vermag hier ja nichts zu ändern, selbst der Stadt sind die Hände gebunden, da die Kassenzulassung für neue Praxen von der ärztlichen Standesorganisation, der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), vergeben wird, und die KV betrachtet ganz München, wo tatsächlich kein Ärztemangel herrscht. Dass es allerdings eine enge Korrelation zwischen den sozidemografischen Daten eines Stadtviertels und der Zahl der niedergelassenen Ärzte gibt, das verleugnet selbst die KV nicht, hat Auerbach festgestellt. Hier ist die Bundespolitik gefordert, um dem Ärztemangel in manchen Stadtteilen durch geänderte rechtliche Vorgaben zu begegnen.
Da man sich jahrelang vergeblich bemüht hatte, am verkehrsgünstig gut gelegenen Walter-Sedlmayr-Platz ein Ärztehaus zu etablieren (wo nun das Boardinghaus gebaut wird!), zögerten die BA-Mitglieder, den Bauträgern in einem der Neubaugebiete ein Ärztezentrum auferlegen zu wollen. Letztlich einigte man sich darauf, dass die Bauträger in ihren Neubaugebieten Flächen für freie Berufe, also auch für Ärzte, zur Verfügung stellen sollten – denn in Feldmoching mangele es schlicht an Praxisräumen. In punkto Krankenhausversorgung soll der Stadtkämmerer aufgefordert werden, bei seiner Rotstiftaktion die Verdichtung im Münchner Norden zu bedenken und auch künftig ausreichend Betten am Schwabinger Krankenhaus vorzuhalten.
Spiel- und Sportflächen für Jung & Alt, Vereine & Einzelsportler
Mehr Menschen in immer beengteren Wohnverhältnissen heißt, diese Menschen brauchen zum Bewegungsausgleich und zur Freizeitgestaltung mehr Spiel- und Sportflächen. Entsprechend fordert die CSU die Anbindung des Sportgeländes der Mehrzweckhalle an den Fasaneriesee mittels Erwerb oder langfristige Pacht der entsprechenden Grundstücke, um die Sportplätze an der Mehrzweckhalle erweitern zu können. Auch die Sportflächen des SC Lerchenauer See sollen erweitert werden.
Mehrzweckhalle sanieren, mehr Parkplätze schaffen
Die Verhandlungen mit der Stadt zur Umnutzung der alten Fagana-Gaststätte in der Mehrzweckhalle zu neuen Räumen für Vereine möchte der BA beim Gesamtverein belassen (siehe auch Lokal-Anzeiger 8/2016), denn der habe mit der Stadt bereits das weitere Vorgehen abgesprochen. Danach soll das Referat für Bildung und Sport in den nächsten drei bis fünf Jahren ein Gesamtnutzungskonzept entwickeln, um das Baureferat beauftragen zu können. Der Gesamtverein möchte, dass ein Teil des ehemaligen Gastraums wie der Nebenraum zu einem Versammlungs- und Übungsraum umgestaltet wird. Küchen- wie Kellerräume sollen als Lager genutzt werden. In der Zwischenzeit möchten die Vereine die Räume entsprechend der späteren Nutzung verwenden, und das am besten ab sofort. Neben der Generalinstandsetzung der Mehrzweckhalle fordert die CSU die Schaffung einer ausreichenden Anzahl an Parkplätzen auch für Spitzenzeiten und denkt dabei an das Grundstück gegenüber, das schon einmal als neuer Standort für die Freiwillige Feuerwehr Feldmoching im Gespräch war. Da sich aber die Grünen gegen eine weitere Versiegelung wandten und BA-Vorsitzender Auerbach meinte, dass man mit diesem Grundstück „etwas Klügeres anstellen“ könne als einen Parkplatz zu schaffen, einigte man sich letztlich darauf, nur zu fordern, dass die Stadt 200 Stellplätze im Umfeld der Mehrzweckhalle in ihre Überlegungen einbeziehen solle.
Darüberhinaus wird gewünscht, dass es künftig gemeinschaftlich genutzte Räume von zumindest 100 qm samt Gastwirtschaft geben soll. Ferner soll in Feldmoching nach einem Festplatz gesucht werden, da größere Feste immer auf Privatgrund (= einem Bauernhof) stattfinden müssten. Gefordert wird zudem, dass bei einem Schulneubau die Bevölkerung etwa auch die Aula nutzen könne.

















