Das Baureferat wird voraussichtlich Anfang Juli einen Bürgerworkshop zur „Höhenfreimachung S-Bahn-Kreuzung in der Fasanerie“ veranstalten und dazu großflächig die Bürger der Fasanerie wie der Siedlung am Lerchenauer See einladen. Stattfinden soll er wohl in der Mehrzweckhalle. Dieses Mal wird auch nicht am Geld gespart, sondern ein externer Moderator angeheuert.
Bezirksausschuss 24 diskutiert CSU-Forderungskatalog
Am Dienstag, den 31. Mai trafen sich die Mitglieder des Bezirksausschusses 24 im Pfarrsaal von Mariä Sieben Schmerzen zu einer weiteren öffentlichen Sitzung. Diese fand zwar am nördlichsten Zipfel Münchens im Hasenbergl Nord statt, thematisch beschäftigten sich die Lokalpolitiker aber vor allem mit Themen aus Feldmoching. So nahm der Forderungskatalog des CSU-Ortsverbands Feldmoching zum Verkehrskonzept und zur Verbesserung der Infrastruktur breiten Raum ein.
Verkehrskonzept: Viele Wünsche. Und die Umsetzung?
Der Punkt, vor dem Baubeginn bereits die Neubaugebiete durch mehrere neue Straßen ans vorhandene Straßennetz anzubinden, wurde zwar abgelehnt, doch beim Wunsch Nummer zwei, bei der Schaffung von ausreichendem Parkraum in den Neubaugebieten, einigte man sich auf 0,8 pro Wohneinheit. Forderung Nummer 3 sieht den Bau eines neuen S-Bahnhofs zwischen Feldmoching und Oberschleißheim mit P&R-Parkplätzen sowie die Verlagerung der MVV-Zonengrenze 4 an diesen Punkt vor. Hier sprach sich der BA für einen weiteren S-Bahnhof auf Höhe der neuen Veterinärmedizinischen Einrichtungen der LMU München in Oberschleißheim samt künftiger Tierkliniken, Institute und Versuchsgut aus. Die Zonengrenze 4 soll bis Oberschleißheim ausgedehnt werden.
Die Neubaugebiete in Feldmoching sollen künftig durch Buslinien angebunden werden und bei der Forderung nach Verlegung des Durchgangsverkehrs aus den bestehenden Wohngebieten und Vermeidung von Durchgangsverkehr in den neuen Wohngebieten sehen die meisten BA-Mitglieder vornehmlich die Lösung in einer Anbindung der Schleißheimer Str. mittels eines langen Tunnels an die A 99 – nur die Grünen-Traktion stimmte gegen diesen Tunnel bis zur Augustin-Rösch-Str. Gefordert wird ferner die Beseitigung der drei beschrankten Bahnübergänge. Diese soll möglichst parallel, zumindest aber zeitnah erfolgen. Bei der „kleinen Unterführung“, schon immer eine Rad-/Fußgängerunterführung, soll lediglich der Boden neu geteert werden. Ferner schwebt dem BA ein zusätzlicher Rad/Fußgängertunnel weiter im Norden vor.
Infrastruktur: Ein Gymnasium & Flächen für freie Berufe
Feldmoching drohen nicht nur etliche große Neubaugebiete, seit Jahren wird der Ort selbst auch massiv verdichtet. Die Infrastruktur hinkt hingegen gewaltig hinterher. So fordert die CSU Feldmoching und im Gefolge der gesamte BA etwa die Bereitstellung von ausreichend Schulraum für Grund- und weiterführende Schulen, insbesondere den Neubau eines Gymnasiums auf dem Gebiet der Bergwachtsiedlung. Laut BA-Vorsitzendem Auerbach sieht man im Schulreferat durchaus die Notwendigkeit eines weiteren Gymnasiums im Norden und prüfe auch bereits den Standort Bergwacht, ja er sei schon „ins konkrete Auge gefasst“ worden.
Die Forderung nach Sicherung der Gesundheitsvorsorge für alle Bewohner Feldmochings sowie die Bereitstellung von ausreichenden Krankenhausbetten im Schwabinger Krankenhaus wurde sehr ausgiebig diskutiert. Der BA vermag hier ja nichts zu ändern, selbst der Stadt sind die Hände gebunden, da die Kassenzulassung für neue Praxen von der ärztlichen Standesorganisation, der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), vergeben wird, und die KV betrachtet ganz München, wo tatsächlich kein Ärztemangel herrscht. Dass es allerdings eine enge Korrelation zwischen den sozidemografischen Daten eines Stadtviertels und der Zahl der niedergelassenen Ärzte gibt, das verleugnet selbst die KV nicht, hat Auerbach festgestellt. Hier ist die Bundespolitik gefordert, um dem Ärztemangel in manchen Stadtteilen durch geänderte rechtliche Vorgaben zu begegnen.
Da man sich jahrelang vergeblich bemüht hatte, am verkehrsgünstig gut gelegenen Walter-Sedlmayr-Platz ein Ärztehaus zu etablieren (wo nun das Boardinghaus gebaut wird!), zögerten die BA-Mitglieder, den Bauträgern in einem der Neubaugebiete ein Ärztezentrum auferlegen zu wollen. Letztlich einigte man sich darauf, dass die Bauträger in ihren Neubaugebieten Flächen für freie Berufe, also auch für Ärzte, zur Verfügung stellen sollten – denn in Feldmoching mangele es schlicht an Praxisräumen. In punkto Krankenhausversorgung soll der Stadtkämmerer aufgefordert werden, bei seiner Rotstiftaktion die Verdichtung im Münchner Norden zu bedenken und auch künftig ausreichend Betten am Schwabinger Krankenhaus vorzuhalten.
Spiel- und Sportflächen für Jung & Alt, Vereine & Einzelsportler
Mehr Menschen in immer beengteren Wohnverhältnissen heißt, diese Menschen brauchen zum Bewegungsausgleich und zur Freizeitgestaltung mehr Spiel- und Sportflächen. Entsprechend fordert die CSU die Anbindung des Sportgeländes der Mehrzweckhalle an den Fasaneriesee mittels Erwerb oder langfristige Pacht der entsprechenden Grundstücke, um die Sportplätze an der Mehrzweckhalle erweitern zu können. Auch die Sportflächen des SC Lerchenauer See sollen erweitert werden.
Mehrzweckhalle sanieren, mehr Parkplätze schaffen
Die Verhandlungen mit der Stadt zur Umnutzung der alten Fagana-Gaststätte in der Mehrzweckhalle zu neuen Räumen für Vereine möchte der BA beim Gesamtverein belassen (siehe auch Lokal-Anzeiger 8/2016), denn der habe mit der Stadt bereits das weitere Vorgehen abgesprochen. Danach soll das Referat für Bildung und Sport in den nächsten drei bis fünf Jahren ein Gesamtnutzungskonzept entwickeln, um das Baureferat beauftragen zu können. Der Gesamtverein möchte, dass ein Teil des ehemaligen Gastraums wie der Nebenraum zu einem Versammlungs- und Übungsraum umgestaltet wird. Küchen- wie Kellerräume sollen als Lager genutzt werden. In der Zwischenzeit möchten die Vereine die Räume entsprechend der späteren Nutzung verwenden, und das am besten ab sofort. Neben der Generalinstandsetzung der Mehrzweckhalle fordert die CSU die Schaffung einer ausreichenden Anzahl an Parkplätzen auch für Spitzenzeiten und denkt dabei an das Grundstück gegenüber, das schon einmal als neuer Standort für die Freiwillige Feuerwehr Feldmoching im Gespräch war. Da sich aber die Grünen gegen eine weitere Versiegelung wandten und BA-Vorsitzender Auerbach meinte, dass man mit diesem Grundstück „etwas Klügeres anstellen“ könne als einen Parkplatz zu schaffen, einigte man sich letztlich darauf, nur zu fordern, dass die Stadt 200 Stellplätze im Umfeld der Mehrzweckhalle in ihre Überlegungen einbeziehen solle.
Darüberhinaus wird gewünscht, dass es künftig gemeinschaftlich genutzte Räume von zumindest 100 qm samt Gastwirtschaft geben soll. Ferner soll in Feldmoching nach einem Festplatz gesucht werden, da größere Feste immer auf Privatgrund (= einem Bauernhof) stattfinden müssten. Gefordert wird zudem, dass bei einem Schulneubau die Bevölkerung etwa auch die Aula nutzen könne.
Unterführung zwischen der Lerchenau & Oberwiesenfeld
Auch wenn es derzeit nicht den Anschein hat, die Bahnunterführung für Fußgänger und Radler an der Wilhelmine-Reichard-/Schittgablerstr. hin zur Moosacher Str. und dem Oberwiesenfeld macht Fortschritte und in der 24. Kalenderwoche, genauer gesagt am 17./18./19./20. Juni, stehen technisch spannende Arbeiten an, die nicht oft zu sehen sind, so der zuständige Projektleiter. An diesen Tagen wird der Bahnbetrieb eingestellt, man entfernt die Gleise und den Bahndamm, nimmt das Erdreich heraus und schiebt dann Stück für Stück das gesamte Bauwerk, das derzeit außerhalb gebaut wird, in den freien Raum hinein. Im Anschluss wird das Erdreich wieder hinterfüllt, verdichtet, der Gleisschotter aufgebracht. Zum Schluss werden die Gleise verlegt und in der Nacht vom 20./21. Juni sollen die Güterzüge wieder über die Trasse rollen. Nahtlos daran werden darauf die bis zu 4 m langen Stützwände aus Fertigbeton angeliefert und bis Ende August, Anfang September eingebaut. Dann werden in den nächsten rund fünf Wochen die Fernwärmeleitungen verlegt. Anschließend kommt der Trupp vom Straßenbau und baut die Entwässerungseinrichtung ein, macht Randsteinarbeiten und asphaltiert. Geht alles nach Plan sollte die Unterführung noch vor Weihnachten in Betrieb genommen werden, so der Projektleiter.
Verein A. c. B. fordert Antworten, wie Anwohner geschützt werden
Der Verein Aktionskreis contra Bahnlärm München Nord e. V. (A. c. B.) hat sich in einem offenen Brief an zahlreiche Politiker der Stadt München, des Landes und des Bundes gewandt und von ihnen eine konkrete Aussage gefordert, wie die Anwohner des Güterzuggleises durch die Lerchenau und Feldmoching gegen die Zunahme des Lärms geschützt werden.
Durch die in den nächsten Jahren geplanten Ausbaumaßnahmen im Güterzugverkehr (Lückenschluss der Feldmochinger Kurve, Ausbau des Ostkorridors, Eröffnung des Brennerbasistunnels) und durch die Forderung, die Strecke zusätzlich für Personenzugverkehr zu nutzen, ist eine Verdopplung bis hin zu einer Verfünffachung des heutigen Zugvolumens zu befürchten. Weder von der Stadt noch von der Bahn oder vom Eisenbahnbundesamt haben die Anwohner bisher eine verlässliche Aussage über die prognostizierte Zuganzahl erhalten.
Während der Münchner Südring umfangreichen Lärmschutz erhalten hat und durch die jetzt geplanten Maßnahmen zudem deutlich entlastet würde, existiert entlang der Strecke im Norden keinerlei Lärmschutz, obwohl viele Wohnhäuser nur wenige Meter vom Gleis entfernt stehen. Die Bahn beruft sich auf Bestandsschutz und hat keine Schutzmaßnahmen geplant.
Die Anwohner fühlen sich von der Politik allein gelassen. Stadtrat und Landtag haben sich dafür ausgesprochen, München als Knoten im Güterbahnverkehr zu fördern. „Und wir sollen das ausbaden?“, fragt Stefanie Bartle, erste Vorsitzende des A. c. B. Die Stadtverwaltung sollte bereits vor über einem Jahr, im Mai 2015, dem Stadtrat über die Möglichkeiten des Lärmschutzes für die Anwohner im Zusammenhang mit der Reaktivierung der Feldmochinger Kurve berichten. Bis heute Fehlanzeige. „Will die Stadtverwaltung mit einer Antwort warten, bis die Maßnahme genehmigt und es für Lärmschutz für uns betroffene Anwohner endgültig zu spät ist?“, kritisiert Bartle. Mit dem offenen Brief wolle der Verein bewirken, dass sich die Verantwortlichen nun endlich mit dem nötigen Schutz befassten und Entscheidungen im Sinne der Anwohner träfen.
Der offene Brief ist auf der Webseite des Vereins einzusehen. Dort werden ebenfalls die Antworten der Politiker veröffentlicht.
Siedlung am Lerchenauer See: Was ist das für ein Biergarten?
Es ist seit alters her in Bayern der Brauch, dass der Gast in einem Biergarten unter schattenspendenden Kastanien sich zum gekauften Bier die mitgebrachten Speisen munden lassen darf. Das bestätigt auch die Bayerische Biergartenverordnung vom 20. April 1999, in der es heißt: „Kennzeichnend für den bayerischen Biergarten im Sinne der Verordnung sind vor allem zwei Merkmale: der Gartencharakter und die traditionelle Betriebsform, speziell die Möglichkeit, dort auch die mitgebrachte, eigene Brotzeit unentgeltlich verzehren zu können, was ihn von sonstigen Außengaststätten unterscheidet.“
Seit Mitte 2011 betreibt Wiesnwirt Siegfried Able am Lerchenauer See den „See-Biergarten Lerchenau“ mit rund 1.200 Sitzplätzen und den urigen Schänkenbauten vom Winter-Eiszauber am Stachus. So ist er auch im Münchner Biergarten-Verzeichnis aufgeführt, als Biergarten. Anwohner wie weiter entfernt wohnende Besucher lieben ihn und wenn es sonn- und feiertags Livemusik und beispielsweise Spanferkel gibt, dann ist der Biergarten rappelvoll.
Doch heuer ist die Biergartenfreude bei vielen getrübt. Das liegt an ein paar
Schildern, die darauf hinweisen, dass nur noch in einem vergleichsweise kleinen Bereich im hinteren Teil – an 21 Tischen à acht bis zehn Plätzen, markiert durch blaue Sonnenschirme – mitgebrachte Speisen verzehrt werden dürfen! Nicht wenige Gäste empfinden die Verbannung auf wenige klägliche Katzentische als Angriff auf die althergebrachte bayerische Biergartenkultur, zumal im übrigen Biergarten nun nicht etwa, wie in einer Außengaststätte üblich, an hübsch eingedeckten Tischen bedient wird, sondern weiter die Biergarten-übliche Selbstbedienung gilt.
Die Firma Able rechtfertigt ihr Handeln damit, dass in den letzten Wochen Gäste nicht nur Speisen, sondern auch jede Menge Getränke mitgebracht hätten. Darüber hinaus hätten diese Gäste ihren Müll anschließend nicht selbstständig entsorgt, sondern ließen Bänke und Tische ohne Rücksicht auf Folgegäste vermüllt zurück. Das habe ständig mehr Kosten bei Personal, Müllabfuhr, etc. bedeutet. Die Tische und Bänke für rund 250 Personen, die man für das Mitbringen von Speisen ausgewählt habe, unterschieden sich in keiner Weise von allen anderen Tischen und Bänken im Biergarten. Auch die Platzierung habe keine Nachteile gegenüber den anderen
Plätzen, sondern böten gleichfalls eine weitläufige, freie und idyllische Sicht auf den See. Man übe hier lediglich das Hausrecht über dieses Grundstück aus, dass man das Verzehren von selbstmitgebrachten Speisen auf einen gewissen Bereich beschränke, da es so logistisch und personaltechnisch leichter abzuwickeln sei. Dies widerspricht in keiner Weise der Biergartenverordnung, so die Firma Able. Und weiter: Da sich auf dem Schild auch Hinweise über das Fahrradfahren im Biergarten, die Kinderhaftung, etc. befänden, beziehe es sich nicht nur auf das Mitbringen von Speisen. (Anm. d. Red. Die meisten Schilder drehen sich aber nur um das Verzehren mitgebrachter Speisen!)
Aus für Einkaufsmarkt an der Feldmochinger Str.
Das zweite Einkaufsmarkt-Projekt an der Feldmochinger Str. steht vor dem Aus. Mitte letzter Woche warf der Projektentwickler aus Kempten, ein erfahrener Mann, der schon ähnliche Projekte durchgezogen hat und im August 2014 erstmals eine Bauvoranfrage stellte, entnervt das Handtuch. Er hat nach eigenem Bekunden inzwischen einen guten sechsstelligen Betrag nur für Architekten hingeblättert, die eigene Arbeit und die Kosten für diverse Gutachten (Immissionsschutz, Verkehr, Boden) ebenso wenig eingerechnet wie den laufenden Erbbauzins. Er will nun Wohnhäuser auf das Areal bauen.
Gescheitert ist das Projekt nach monatelangem Hin und Her, Ringen und Verhandeln zwischen LBK, Referat für Arbeit und Wirtschaft und Investor um die Größe des Markts, Tiefgaragen ja oder nein … letztlich an dem heruntergekommenen Arbeiterwohnheim, das neben dem Kfz-Handel auf dem Areal stand und steht. Das Sozialreferat fordert vom Investor entsprechend der Zweckentfremdungssatzung die Wiederherstellung desselbigen. Doch die LBK lässt keinen Geschoßwohnungsbau in Verbindung mit einem Lebensmittelmarkt zu.
Neuer Einkaufsmarkt scheitert an altem Arbeiterwohnheim
Der Projektentwickler hat nach eigenen Angaben bereits am 6. Oktober 2014 einen ersten Zweckentfremdungsantrag gestellt. Im Dezember 2015 vergangenen Jahres hat er dann aufgrund der Rücknahme der Bauvoranfrage und der Einigung mit der LBK über die künftige Größe der Bebauung einen weiteren Antrag auf Zweckentfremdung gestellt. Nach wie vor ist er der Auffassung, dass die städtische Satzung hier nicht anzuwenden ist. Steht dort doch: „Objektiv geeignet sind Räume, wenn sie (alleine oder zusammen mit anderen Räumen) die Führung eines selbständigen Haushalts ermöglichen.“ In besagtem Wohnheim gibt es laut Investor aber weder abgeschlossene Wohnungen noch irgendwelche Sozialräume, außer kleinen Küchen, Duschen und WCs. Da er von der zuständigen Referatsleiterin auch nach Wochen keine Auskunft erhielt, wie lange die Entscheidungswindungen in der Verwaltung noch dauern werden, schmeißt der Investor nun hin, zermürbt zwischen den verschiedenen städtischen Referaten (wie toll diese zusammenarbeiten, war schon bei der Infoveranstaltung zur Bebauung Hochmuttinger Str. zu erleben, als die zuständige Abteilung des Planungsreferats vom Projekt des Einkaufsmarkts an Feldmochinger Str. überhaupt nichts wusste, siehe Lokal-Anzeiger 5/2016). Der Investor holt nun Plan B aus der Schublade und baut statt eines Vollsortimenters Boardinghäuser oder „normale“ Wohnungen.
Was taugt eine solche Standortanalyse?
Der eigentliche Skandal aber ist, dass dieses Areal in einer detaillierten Standortanalyse des Referats für Stadtplanung und Bauordnung vom 18. September 2013 seinerzeit für geeignet befunden wurde!! Offensichtlich nutzlos verwendete Arbeitszeit und verschwendete Steuergelder – die Standortanalyse ist das Papier nicht wert, auf dem sie ausgedruckt wurde! Die Behördenmitarbeiter hätten ihre Arbeitszeit mit Sinnvollerem vertun können!
Diese Standortanalyse, am 20. November 2012 von der damaligen Stadträtin und heutigen Landtagsabgeordneten Mechthilde Wittmann (CSU) im Stadtrat beantragt und nach ausgiebiger, gut zehnmonatiger Evaluation endlich fertiggestellt, war nicht zuletzt eine Antwort auf die ablehnende Haltung des Planungsreferats gegenüber dem ersten gescheiterten Projekt in Sachen neuer Einkaufsmarkt fürs Feldmochinger Altdorf und die westlichen Wohngebiete. Zur Erinnerung: Schon Anfang 2013 wollten mehrere Feldmochinger Grundbesitzer rechts am Ortsausgang nach Oberschleißheim einen Netto-Einkaufsmarkt errichten. Daraus wurde aus vielerlei Gründen nichts (das Planungsreferat wandte ein, dass die Fläche für die Erweiterung der Sportanlage des SC Lerchenauer Sees vorgesehen sei, dass sie laut Flächennutzungsplan im Außenbereich liege und überhaupt dass das Projekt öffentliche Belange tangiere), und das obwohl die Klemme in Sachen Nahversorgung mittlerweile seit Jahren bekannt ist. 2012 schloss mit dem Netto der letzte Lebensmitteldiscounter an der Feldmochinger Str., der Tengelmann hatte schon Ende 2011 dicht gemacht.
CSU Feldmoching fordert Verkehrskonzept und verbesserte Infrastruktur
Der CSU-Ortsverband hat für die letzte Sitzung des Bezirksausschusses einen langen Forderungskatalog in Sachen Verkehr (10 Punkte) und Infrastruktur (12 Wünsche) erstellt. Allerdings wurde der umfangreiche Antrag, weil noch nicht im Unterausschuss besprochen, auf die nächste Sitzung verschoben. In diesem umfangreichen Papier sind vernünftige Dinge angesprochen, wie dass die Neubaugebiete durch die Schaffung von mehreren Anbindungen bereits vor dem Baubeginn an das vorhandene Straßennetz angebunden werden sollten. (Das dürfte vor allem für das Areal Hochmuttingerstr. und für die Bergwachtsiedlung gelten, weniger für das Areal Ratold-/Raheinstr., da dieses ob seiner geringen Tiefe ausschließlich über diese beiden Straßen angebunden werden wird.) Auch die Forderungen nach ausreichend Parkraum in den neuen Siedlungen (mindestens ein Stellplatz pro Wohneinheit), die Anbindung der Neubaugebiete durch Buslinien sowie die Vermeidung von Durchgangsverkehr in den neuen Wohngebieten beziehungsweise die Verlegung von Durchgangsverkehr aus den bereits bestehenden Wohngebieten sind sinnvoll. Was aber die Forderung nach Modernisierung der „kleinen Bahnunterführung“ soll, die bislang nur von Radfahrern und Fußgängern genutzt wird, erschließt sich dem Leser nicht. Soll nun etwa doch Durchgangsverkehr in die dichte Bebauung an der Raheinstr. gezogen werden (300 neue Wohneinheiten), indem man die Unterführung für Autofahrer öffnet? Denn für Radler und Fußgänger taugt die Unterführung, die vor nicht einmal zehn Jahren das letzte Mal saniert wurde, durchaus. Wichtiger wäre, die „große Unterführung“ an der Dülferstr. zu modernisieren, um nicht bei jedem Starkregen und vor allem bei den zig Tausend zusätzlichen Autos der Neufeldmochinger nicht gänzlich zum Nadelöhr zu werden – wie es bei vielen Veranstaltungen Feldmochinger immer wieder fordern.
Lassen Sie sich verwöhnen am Feldmochinger See
„Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!“ In der Ferchenbachstr. am Feldmochinger See sollte man seit einigen Tagen ganz bewusst einen Stopp beim Seehaus einlegen. Denn wer Wert auf gutes Essen an einem schönen Ort legt – hier in einem Landschaftsschutzgebiet mit dem wunderschön gelegenen See und den gepflegten Grünanlagen vor der Haustür –, der ist hier gerade richtig.
Das neu eröffnete Restaurant Seehaus am Feldmochinger See ist für Radlfahrer, Fußgänger (ganz in der Nähe ist die Bushaltestelle „Feldmochinger See“) oder mit dem Auto gleichermaßen gut zu erreichen. Von der Karlsfelder Str. aus weist bereits ein Schild auf das Seehaus hin. Und an Parkplätzen mangelt es auch nicht. Der sympathische Wirt Dimitri Katsianas (sein Elternhaus steht am Fuße des Berges Olymp in Griechenland) bietet seinen Gästen Spezialitäten aus seiner griechischen Heimat an, deren Vielfalt jedem Geschmack gerecht wird. Wer es mag, beginnt sein Menü mit einer reichhaltigen Auswahl an kalten und warmen Vorspeisen oder mit verschiedenen Salaten in raffinierten Zubereitungen. Wer es danach mehr deftig mag, der könnte etwa zu gegrillten Lammkoteletts (13,90 Euro) oder zur saftigen Lammhaxe aus dem Ofen (12,90 Euro), beides mit Beilagen, greifen. Oder zum Grillteller „Der Grieche“ mit Gyros, Souvlaki oder Schweinesteak mit Tzatziki, Tomatenreis und gemischtem Salat (11,90 Euro). Wer will, kann Gyros je nach Geschmack, mit allerlei verschiedenen Zutaten wählen.
Auch Liebhaber maritimer Gerichte kommen auf ihren Geschmack. Beginnen wir etwa mit frittierten Kalamari und Butterreis samt gemischtem Salat (9,90 Euro) und fahren fort mit einer Dorade Royal vom Grill und frischem Buttergemüse und gemischtem Salat (13,90 Euro) oder Loup de mer vom Grill, ebenfalls mit Buttergemüse und gemischtem Salat (13,90 Euro) und toppen etwa mit der Fischplatte für zwei Personen mit Seehecht, Seezunge, Kalamari, Scampi und frischem Buttergemüse und gemischtem Salat (16,90 Euro). Das alles, na klar, mit einem Glasl „Griechischem Wein“ oder einem kühlen Hellen. Auch für die Kleinen hält der Wirt bereit, was sie denn gern hätten.
Bei diesen Beispielen aus der reichhaltigen Karte des Hauses wollen wir es belassen. Nicht ganz. Denn, eine Nachspeise sollte das Menü abrunden. Etwa ein Joghurt griechisch mit Honig und Nüssen (3,50 Euro) oder ein Tiramisu (3,90 Euro) – oder weitere Sweets?
Wenn dann nichts mehr reinpasst, bietet sich – bei gutem Wetter – ein Spaziergang rund um den so schön gelegenen See an. Und danach könnte man sich im gemütlichen „Seegarten“ mit selbstgebackenem Kuchen oder mit einem Stück Torte Marke „Fischer“ (vom „Putzigen Tortenhäusl“ aus Oberschleißheim!) verwöhnen lassen.
Der junge Wirt Dimitri Katsianas hat zuvor gute zehn Jahre lang sehr erfolgreich das Restaurant „ Monte de Sole“ in Oberschleißheim geführt. So soll es nach seinem Willen nun auch hier im Seehaus werden. Der gemütliche, neu eingerichtete Gaststättenraum mit 60 Sitzplätzen und der Seegarten mit bis zu 120 Plätzen eignen sich übrigens sehr gut (bei entsprechendem Wetter) für Familien- und Vereinsfeste und andere Zusammenkünfte. Einfach telefonisch nachfragen (Tel. 20 03 23 20). Das Seehaus ist täglich (ohne Ruhetag) von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Wünschen wir dem jungen Wirt zahlreiche Gäste und viel Erfolg.
Achtung! Nächste Woche Baustellenverkehr auf der U2
Auf der U-Bahnlinie U2 zwischen Scheidplatz und Feldmoching ist an fünf aufeinanderfolgenden Abenden ein Schienenersatzverkehr (SEV) erforderlich. Die Busse ersetzen die U2 auf diesem Abschnitt von Sonntag, den 24. April bis einschließlich Donnerstag, den 28. April, jeweils zwischen ca. 22.30 Uhr und Betriebsschluss. Grund für den Schienenersatzverkehr sind Gleispflegearbeiten mit einem Schienenschleifzug, die nicht ausschließlich in der Betriebsruhe durchgeführt werden können. Die letzten durchgehenden Züge fahren um 21.45 Uhr (Abfahrt Messestadt Ost, Hbf. 22.08 Uhr) bzw. 22.24 Uhr (Abfahrt Feldmoching).
Fahrgäste im betroffenen Abschnitt der U2 werden gebeten, wegen der längeren Fahrzeit der Busse und angesichts des gegebenenfalls erforderlichen Umsteigens generell mehr Reisezeit einzuplanen als üblich. In den Ersatzbussen ist keine Fahrradbeförderung möglich. Achtung: Der letzte Bus ab Feldmoching (Abfahrt 0.53 Uhr) hat am Scheidplatz keinen U-Bahn-Anschluss. Bei Bedarf fährt der Bus weiter bis Karlsplatz (Stachus), wo Umsteigemöglichkeiten zu den Nachtlinien bestehen.
Neuer Verein wehrt sich gegen zunehmenden Lärm durch Güterzüge
Mindestens 19 Züge mehr pro Tag – so lautet die Prognose für das Gütergleis durch die Lerchenau und Feldmoching, wie sie die Bahn in einer Antwort an die Stadt mitgeteilt hat. Weder die Stadt München noch die Deutsche Bahn lassen sich allerdings auf diese Zahl festlegen und auch nicht auf eine Obergrenze für die Gesamtzahl an Zügen, die durch den Münchner Norden donnern werden, sobald die sogenannte Feldmochinger Kurve eröffnet ist. Das Eisenbahnbundesamt (EBA) prüft derzeit den Antrag der Bahn, diese derzeit stillgelegte Kurve zu reaktiveren, die den Nordring mit dem Gütergleis Richtung Feldmoching verbindet.
Tiefer gehende Recherchen zeigen jedoch, dass die Feldmochinger Kurve in einem größeren Zusammenhang gesehen werden kann: Der Ausbau des Ostkorridors, einer Gütertrasse von Hamburg über Magdeburg bis München, soll laut Auskunft der DB Netz AG 40 zusätzliche Züge pro Tag ermöglichen. Und auch die Anbindung an den Brenner-Basistunnel, der das Zugaufkommen in Europa nahezu verdoppeln soll, ist nicht geklärt.
„Wir haben Angst, dass die Feldmochinger Kurve die Voraussetzungen schafft, dass die Gütergleise durch den Münchner Norden Teil einer der Hauptgüterzugrouten in Europa werden könnten. In den letzten Jahren hat sich das Zugaufkommen entlang der Strecke ohnehin schon deutlich erhöht. Und das alles ohne jeglichen Lärmschutz!“, so Stefanie Bartle, 1. Vorsitzende des neu gegründeten Vereins Aktionskreis contra Bahnlärm München Nord e. V. (A.c.B.). Die Bahn berufe sich gegenüber den Anwohnern darauf, dass es sich um eine Bestandsstrecke handle, bei der keinerlei Lärmschutzmaßnahmen gesetzlich vorgeschrieben seien, auch nicht bei einer deutlichen Steigerung der Anzahl der Züge. Auch bei täglich 100 Zügen sei die Bahn nicht zu einem Lärmschutz verpflichtet.
Ziel des Vereins A.c.B. ist es, gegen die Ausweitung des Güterverkehrs im Münchner Norden zu kämpfen und Lärmschutzmaßnahmen entlang der Strecke zu bewirken, etwa Lärmschutzwände, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Nachtfahrverbote oder eine Umrüstung auf leisere Techniken. Betroffene Anwohner können sich über die Homepage des Vereins (www.bahnlaerm-muenchen.de) informieren und dem Verein beitreten.
In einem ersten Schritt hat der Verein einen Antrag an die DB Netz AG auf Einsichtnahme in die öffentlich-rechtlichen Genehmigungen des bestehenden Gleises gestellt. Beim Münchner Nordring konnte die Bahn keine Genehmigung vorlegen, mit ein Grund, warum den Anwohnern vor Gericht umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen zuerkannt wurden. Auch sechs Wochen nach Antragstellung wartet der Verein noch auf Antwort.






















